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Ab auf die Streuobstwiese

Engensen Ab auf die Streuobstwiese

Das Zentrum der Streuobstwiesen heißt Engensen: Von den acht Burgwedeler Streuobstwiesen befinden sich fünf im Dorf und in der Nähe.

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Es darf geerntet werden: Malte Schubert (links) und Friedhelm Stein begutachten die Äpfel an einem Baum auf einer der Streuobstwiesen bei Engensen.

Quelle: Kerstin Hamann

Burgwedel. So eine Streuobstwiese hat viele Vorteile. Zuerst einmal sind da die ökologischen Vorzüge zu nennen: Auf diesen Wiesen können Tausende Tierarten beheimatet sein oder dort ihre Nahrung finden. Den größten Anteil nehmen dabei Insekten wie Käfer, Wespen, Hummeln und Bienen ein.

„Das war auch die Intention vor mehr als 20 Jahren, die Streuobstwiesen anzulegen“, sagt Malte Schubert, Umweltkoordinator der Stadt Burgwedel, bei einem Ortstermin auf einer der Streuobstwiesen bei Engensen. Da die Bäume - anders als im Intensiv-Obstbau - unterschiedlich alt sind und viel Platz haben, dienen die Flächen zugleich als Mähwiesen oder direkt als Viehweiden. „Interessant wird es, wenn die Streuobstwiesen richtig alt sind und die Bäume knorrig werden. Es ist ein sehr wichtiger Lebensraum für viele Tiere“, erklärt Schubert.

Und dann gibt es noch den handfesten „Futtervorteil“: Seit Jahren erntet Engensens Ortsbürgermeister Friedhelm Stein immer im Spätsommer zentnerweise Äpfel und lässt sie von der Firma Löffler mosten. Der Saft geht an die Schule und den Kindergarten, und auch Ehrenamtliche bekommen den einen oder anderen Liter. „Selbst in schlechten Jahren ernten wir etwa 1200 Kilogramm“, sagt Stein. Dieses Jahr haben ihm ein Pakistani und ein Syrer geholfen. Generell kann jeder Burgwedeler das Obst pflücken - „in haushaltsüblichen Mengen“, wie Stein betont. Denn die Wiesen gehören der Stadt und werden mit Steuergeld angelegt und unterhalten, also gewässert, gemäht und geschnitten. Wenn Stein für die Kommune die Äpfel geerntet hat, hängt er ein Schild auf: Jetzt kann sich jeder selbst bedienen.

Die Obstwiesen in und um Engensen gehörten zu den gepflegtesten, lobt Schubert den Einsatz des Ortsbürgermeisters. Ein Beispiel: „Er kümmert sich großartig darum und sitzt mir immer im Nacken, dass wir die Bäume schneiden.“ Die Apfel- und ein paar Birnbäume haben es generell nicht leicht auf dem sandigen und trockenen Boden. Zudem werden die meisten Flächen nicht gedüngt. Die Bäume sind unterschiedlich gut gewachsen, haben eine mehr oder wenige dichte Krone und tragen unterschiedlich viel Obst. Vor Kurzem hat Schubert 40 Bäume in Fuhrberg und am Oldhorster Kreisel nachpflanzen lassen. Es sind besondere Sorten, die auf dem nährstoffarmen und trockenen Boden eventuell besser klarkommen. Viele der alten Sorten lassen sich nicht mehr genau bestimmen, da es keine Aufzeichnungen von den Anfängen gibt. Aber das Obst schmeckt. Wer sich davon selbst überzeugen will, sollte in den nächsten Tagen bei einer der Streuobstwiesen vorbeischauen.

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