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Ärger um die letzte Ruhestätte

Kleinburgwedel Ärger um die letzte Ruhestätte

Roswitha und Michael Schüller ärgern sich: Weil die Stadt Burgwedel ihre Friedhöfe umgestalten will, wird Michaels Mutter Ingeborg nicht wie geplant neben ihrem Mann ruhen können. Das Nutzungsrecht für die Grabstätte auf dem Kleinburgwedeler Friedhof lässt sich nicht verlängern.

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Michael und Roswitha Schüller sollen das Grab seines Vaters und der Großeltern räumen, obwohl sie sich vor 20 Jahren zwei weitere Urnenplätze direkt daneben gekauft haben.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Burgwedel. „Für meine Mutter brach die Welt zusammen“, erzählt der 64-jährige Michael Schüller. Sofort nach Erhalt des Schreiben habe sie angerufen und gemeint, es sei etwas ganz Schlimmes passiert, berichtet er.

Auch für Michael Schüller und seine Frau ist die Geschichte verzwickt. Vor 20 Jahren hatte sich das Ehepaar aus Wettmar das Grab seines Vaters und seiner Großeltern um ein weiteres Urnengrab erweitern lassen. „Nun können wir nicht mit rein“, bedauert er. Bei den Schüllers wird der Familiensinn großgeschrieben - und das endet nicht mit dem Tod. Deshalb hat sich die Familie darauf verständigt, sich nebeneinander beerdigen zu lassen. Doch daraus scheint jetzt nichts zu werden. Es sei denn, die Familie zieht mit den Urnen auf dem Friedhof um. Oder es kommt vor Ablauf des Nutzungsrechts am 30. Juni noch zur nächsten Beisetzung. Dann kann das Familiengrab noch weitere 30 Jahre lang genutzt werden.

Schüllers sehen zwar ein, dass Verträge auch mal auslaufen. Gleichwohl verstehen sie nicht, dass keine Verlängerung möglich sein soll. Immerhin betragen die Nutzungsrechte für benachbarte Grabstätten auch noch 27 Jahre. „Solange passiert dort doch nichts“, moniert Schüller.

Bauhof-Chef Martin Riessler versteht den Ärger. „Das trifft die erste Familie, deren Grabstätte sich in einem Bereich befindet, der von Umgestaltungen betroffen ist“, sagt der Bauhof-Chef. Wenn die Stadt anfange, Ausnahmen zu genehmigen, könne das neue Friedhofsentwicklungskonzept nie umgesetzt werden. „So bitter es für die Familie ist, ich muss hart bleiben“, sagt Riessler. Unterdessen hat er Schüllers den Vorschlag unterbreitet, die drei Urnen nach Ablauf der Nutzungszeit umzubetten - dies sei allerdings genauso von den Angehörigen zu bezahlen wie das Umsetzen des Grabmals, erklärt Riessler. Jetzt überlegen die Schüllers, das Grab in Kleinburgwedel ganz aufzugeben und mit den Urnen nach Wettmar umzuziehen.

Katerina Jarolim-Vormeier

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