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Allerorts ist Aufräumen angesagt

Burgwedel Allerorts ist Aufräumen angesagt

Am Tag nach dem Sturmtief „Xavier“ war Aufräumen angesagt: Am Bahnhof Großburgwedel setzten Bahnmitarbeiter am Freitag die Kettensäge an, um Äste abzutrennen, die auf die Gleise zu fallen drohten. In der Stadtbücherei beseitigten die Mitarbeiterinnen jede Menge Dreck, die der ins Dach gestürzte Baum hinterlassen hatte.

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Am Bahnhof Großburgwedel sägen Bahnmitarbeiter Äste von Bäumen ab, die auf die Gleise zu fallen drohen.

Quelle: Gerner

Burgwedel. Am späten Donnerstagnachmittag waren rund 200 Fahrgäste in einem ICE in Richtung Hamburg im Bahnhof Großburgwedel gestrandet. Ein Baum war in die Oberleitung gestürzt. Der Lokführer hatte das frühzeitig bemerkt und sich für den Halt im Bahnhof entschieden, damit die Passagiere den Zug sicher verlassen konnten.

DRK versorgt Zugreisende

24 Kräfte der DRK-Bereitschaften Wedemark/Burgwedel/Isernhagen sowie Lehrte/Uetze/Burgdorf kümmerten sich ab 17 Uhr um die Reisenden. „Nachdem sichergestellt war, dass niemand hilfebedürftig war, haben wir Decken angeboten, Wasser, Kaffee und Tee verteilt und später die Reisegäste mit Hühner-Nudel-Eintopf versorgt. Der ist auch bei Menschen beliebt, die kein Schweinefleisch essen“, berichtete Heiko Wölfel, Bereitschaftsleiter des DRK Wedemark/Burgwedel/Isernhagen.

Von den 200 Passagieren verließ etwa die Hälfte umgehend den Zug und organisierte sich selbst den Heimweg oder eine Unterkunft. Nach der DRK-Verpflegung gelang es weiteren 40 Bahnreisenden, privat abgeholt zu werden. „Immer mal wieder rief jemand: ‘Ich fahre jetzt mit einem Bekannten nach Hamburg. Im Auto sind noch drei Plätze frei. Wer möchte mit?’“, schildert Wölfel das Geschehen. Die restlichen 60 Personen wurden in umliegenden Hotels untergebracht. Das DRK koordinierte dies und organisierte den Transport.

Wölfel lobte besonders die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Großburgwedel. „Fahrgäste, die dringend auf die Toilette mussten, konnten dies im Gerätehaus der Feuerwehr tun.“ Die Feuerwehr fuhr sie dorthin. Warum die Zugtoiletten abgeschlossen waren, ließ sich auch am Freitag nicht klären.

Der DRK-Einsatz endete erst gegen 23 Uhr, da das Bahnpersonal so lange im Zug bleiben musste. Das DRK heizte den Zug mit einer Feldheizung. „Insgesamt war die Stimmung großartig“, freut sich Wölfel. „Sowohl die Zuggäste als auch das Personal nahmen die Situation sehr gelassen.“

Wenig Zeit für Gelassenheit ließ „Xavier“ den insgesamt 85 Einsatzkräfte aus allen sieben Ortsfeuerwehren. Sie mussten in Folge des Sturmtiefs stadtweit 84 Einsätze abarbeiten – unter anderem an der Bücherei in Großburgwedel. Schweres Gerät war beispielsweise an der Straße An der Miere in Thönse nötig, wo es schließlich mit Hilfe eines Radladers und einiger Kettensägen gelang, eine umgestürzte rund einen Meter dicke Eiche von der Fahrbahn zu entfernen. Am Eichenweg in Engensen half der örtliche Dachdeckerbetrieb mit einem Kran aus – dort galt es, einen auf mehrere Garagen gestürzten Baum zu entfernen. Die Drehleiter aus Mellendorf half, an der Bissendorfer Straße in Großburgwedel einen großen Ast über der Fahrbahn zu beseitigen.

Wie heftig „Xavier“ das Burgwedeler Stadtgebiet erwischte, ließ sich an den Messgeräten auf den drei Windrädern der Burgwedeler Wind GmbH in Fuhrberg ablesen. „Anemone“, „Baldrian“ und „Caledula“ registrierten Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 143 Kilometer pro Stunde. Am Donnerstagmittag konnten die Windräder zunächst mit ihrer Nennleistung arbeiten und zusammen 1800 Kilowattstunden in das Avacon-Netz einspeisen. Allerdings nicht lange, um 14.01 Uhr begann eine rund siebenstündige Zwangspause: Durch einen Sturmschaden an der Freileitung schaltete sich das Avacon-Netz ab, die drei Fuhrberger Windräder konnten keinen Strom mehr abliefern.

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Von Gabriele Gerner

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