Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
Alte Schmiede-Esse soll Herzstück werden

Burgwedel Alte Schmiede-Esse soll Herzstück werden

Ein kleines Gebäude an der Heinrich-Wöhler-Straße elektrisiert zurzeit die sozialen Netzwerker aus Burgwedel. Wo zweieinhalb Dekaden lang Tierfutter verkauft wurde, wird zurzeit massiv umgebaut. Aber was kommt hinein? Die, die es vermeintlich wissen, machen ein Sommerrätsel daraus - digital wie analog.

Voriger Artikel
CDU beschwert sich: SPD plakatiert zu früh
Nächster Artikel
Junglandwirt setzt auf blaue Beeren

Ein Hauch Vergangenheit: Otto Oppermann zeigt die alte Ziegelwand, die Teil der Esse der väterlichen Schmiede war. Sein neuer Mieter - zurzeit noch anonym - möchte die alten Strukturen des Gebäudes wieder aufleben lassen.

Quelle: Zottl

Großburgwedel. Shishabar? Tattoostudio? Kochschule? Handyladen? Oder doch eher ein Geschäft für Öle und Gewürze? Wenn es um die Frage geht, was mit den ehemaligen "Tierparadies"-Räumen geschieht, sind die User der Burgwedeler facebook-Gruppe "hey30938" recht kreativ. Kaum hatte ein User - mutmaßlich der Urheber der Gruppe - Baustellenfotos aus der Heinrich-Wöhler-Straße gepostet, beteiligten sich zahlreiche Burgwedeler am lustigen Rätselraten. Und zwar mit Vehemenz: Binnen 24 Stunden gingen in dem sozialen Netzwerk mehr als hundert Postings zum Thema ein. Und auch Tage danach tröpfeln weitere Beiträge ein - und einige wollen es nun endlich wissen. Der Tonfall im Netz wird quengelnd: "Nun sag mal an", appelliert ein User in Richtung des Erst-Posters, der zumindest so tut, als wisse er Bescheid.

Ob er tatsächlich im Bilde ist, können Immobilieneigentümer Otto Oppermann und sein neuer Mieter nicht sagen. "Kennen wir nicht", sagen beide. Dass ihre Bautätigkeit die digital vernetzten Burgwedeler so fesselt, belustigt die Männer. "Ich bin völlig überrascht", beteuert der Mieter, der zurzeit noch anonym bleiben möchte. Er fügt schmunzelnd hinzu: "Für Facebook habe ich gar keine Zeit - da muss ich wohl mal meine Tochter fragen." Wie der Facebook-User an die Baustellenfotos gelangt ist, die zum Teil sogar das Innere des Ladenlokals zeigen - keine Ahnung, sagt er. Aber: "Wir arbeiten hier jeden Tag, die Tür steht offen - auch, wenn wir Mittag machen", sagt er.

Facebook-Ungeduld hin oder her: Was konkret er und sein Vermieter hier installieren wollen - er will es noch nicht verraten. "Ich möchte nichts ankündigen und dann Menschen enttäuschen", sagt er und fügt hinzu: "Wenn alles klappt, wird es etwas sehr Schönes!" Zurzeit lägen seine Genehmigungsanträge noch bei der Region Hannover. Bevor diese nicht positiv beschieden seien, bleibt sein Mund verschlossen.

Einen Hinweis können sich die beiden Männer am Ende doch nicht verkneifen: Nach dem Umbau werden die Räume optisch deutlich mehr an das Handwerk erinnern, das hier bis 1988 verrichtet wurde. Denn Otto Oppermanns Vater war Schmied - hier gab es Hufeisen fürs Pferd, Gitter fürs Fenster, Staketen für Zäune, ganz klassisch mit Amboss und Feuerstelle. Letztere - die sogenannte Esse - legen die Männer nun im Zuge der Entkernung wieder frei. Sofern die Behörden grünes Licht geben, soll diese ein zentrales Herzstück des neuen Geschäfts - welcher Branche auch immer - werden. "Wir möchten die alte Schmiede wiederbeleben", sagt der Mieter, und sein Vermieter ergänzt lächelnd: "Das Konzept ist super, ich es kann es mir gut vorstellen."

Mögen die Netzwerkdrähte bis zur Eröffnung weiter glühen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten