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Heute kein Postservice - Kunden stehen immer wieder im Regen

Großburgwedel Heute kein Postservice - Kunden stehen immer wieder im Regen

Am Donnerstag ist sie mal wieder dicht: Der Ärger über die seit mehr als einem halben Jahr immer wieder geschlossene Postbank-Filiale in Großburgwedel ist mittlerweile auch bei der Stadtspitze angekommen. „Wir akzeptieren das nicht“, sagt Bürgermeister Axel Düker. Auch in Langenhagen gibt es am 17. November keinen Postservice.

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Auch die zweijährige Lisa hat die Postbank schon vor der verschlossenen Filiale im Regen stehen lassen. „Am schönsten ist der Aushang: Heute geschlossen von 8.30 Uhr bis ?“, sagt ihre Mutter Anne Reinig ironisch.

Quelle: Martin Lauber

Großburgwedel. Symptomatisch: Bei einigen Großburgwedelern hat es sich eingebürgert, vor einem geplanten Besuch der Postbank-Filiale an der Von-Alten-Straße im lokalen Facebook-Netzwerk nachzufragen, ob jemand wisse, ob die Post aufhat. Als vergangene Woche gleich drei Service-Tage ausfielen, machte ein Facebook-Nutzer seinem Unmut so Luft: „Ich frage mich seit längerem, warum es überhaupt eine Filiale in Großburgwedel gibt, wenn sie doch fast nie geöffnet ist. Und wäre es langsam mal Sache der Stadt, sich da einzuschalten?“

Bürgermeister Axel Düker hat nach eigener Aussage gemeinsam mit Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller in mehreren Gesprächen mit dem Kommunalbeauftragten der Postbank vor einem Imageschaden gewarnt, Tenor: „Es kommt ganz schlecht an, dass wegen des Sicherungskonzepts für das Finanzcenter auch der Schalterbetrieb immer 100-prozentig ausfällt.“

Tatsächlich ist das bei der Postbank aus Sicherheitsgründen obligatorische Vier-Augen-Prinzip mitverantwortlich für die zahlreichen Schließungen. So habe man vergangene Woche nach kurzfristigen Krankmeldungen den Ausfall nicht durch Springer oder Mitarbeiter aus anderen Filialen auffangen können, erklärt Postbank-Sprecher Ralf Palm. „Leider gelingt das nicht in allen Fällen. „Wir verstehen die Verärgerung unserer Kunden und bitten ausdrücklich um Entschuldigung.“

Nach Einschätzung von Markus Westermann, bei der Gewerkschaft Verdi zuständig für die Postbank-Mitarbeiter, wird es zu Schließungen in Zukunft eher noch häufiger kommen als bisher. Rund um Hannover wie auch in anderen Bereichen liefen bei der Postbank, die neben Bankdienstleistungen auch das Brief- und Paketgeschäft der Deutschen Post abwickelt, viele befristete Arbeitsverhältnisse aus. Die Auswirkungen bekämen die Kunden zu spüren, aber nicht nur sie. „Die Leute am Schalter müssen den Frust ausbaden und fühlen sich allein gelassen. Wir haben schon vor 25 Jahren, als die Post privatisiert wurde, gewarnt, dass die Daseinsfürsorge irgendwann nicht mehr sicher ist.“

In der Betriebsversammlung am heutigen Donnerstag, wegen der außer der Großburgwedeler auch die Postbank-Filiale in Langenhagen ganztägig geschlossen bleibt, will Verdi die Personalausstattung thematisieren. Die Postbank bedauert diese Serviceeinschränkung. Wie andere Unternehmen auch, sei man gesetzlich verpflichtet, den Beschäftigten die Teilnahme an Betriebsversammlungen auch während der Arbeitszeit zu ermöglichen. Zeitpunkt und Dauer lege der Betriebsrat fest.

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