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Hitzefrei? Das ist fast schon Nostalgie

Burgwedel Hitzefrei? Das ist fast schon Nostalgie

An der IGS Wedemark war für die Schüler früher Schluss. In Zeiten berufstätiger Muttis und Papis und verlässlicher Betreuungszeiten gibt es für „Hitzefrei“ aber immer weniger Spielraum. Am bisher heißesten Schultag des Jahres versuchten die Lehrer, es ihren Schülern so erträglich wie möglich zu machen.

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Abkühlung statt Hitzefrei an der Grundschule Großburgwedel: Unter großem Juhuu bringt Schulsekretärin Katrin Linke den Rasensprenger in Gang.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel/Isernhagen. „Morgen denkt daran: Badeanzüge und Handtücher mitbringen“, sagt Katrin Linke. Für diesmal werden nur Füße und Beine benetzt. Trotzdem geht jedesmal ein „Juhu“ über den Schulhof, wenn die Sekretärin der Grundschule Großburgwedel den Gartensprenger auf dem Pausenhof in Gang setzt.

Insbesondere an Grundschulen ist angesichts der Hitzewelle Fantasie gefragt. Verlässlichkeit wird garantiert, das schließe Hitzefrei aus, erklärt Konrektorin Petra Hersel-Michehl – obwohl es trotz Jalousien in einigen Klassen sehr heiß werde. Dagegen halfen gestern außer den Wasserspielen Ausflüge in den schattigen Amtspark.

„Wir haben ein Klassenzimmer im Garten“, das wurde von den Kirchhorster Grundschulkindern gestern reihum mit Beschlag belegt. „Bei so einer Hitze wird natürlich nicht das große Wissen gepaukt, wir gehen das Ganze etwas spielerischer an“, erläutert Rektor Helmut Lenz. Eins nähmen seine Kollegen aber sehr ernst: dass die Kinder genug trinken – gern auch aus dem Wasserhahn.

Von Schattenplätzen unter Bäumen kann die Kita St. Margarete im neuen Familienzentrum im Altwarmbüchener Neubaugebiet Wietzeaue nur träumen. „Wir warten sehnsüchtig darauf, dass die Sonnensegel aufgespannt werden“, sagt Maren Fricke. Das Team baut morgens also Sonnenschirme und Pavillons auf. Und es wacht darüber, dass kein Kind ohne Kopfschutz oder ungecremt in die Sonne läuft. Dort lockt eine „großartige“ Wasserspielanlage.

Schulen entscheiden in Niedersachsen laut Erlass für sich, ob Hitzefrei gegeben wird, nur für Oberstufen ist das tabu. Am Gymnasium Großburgwedel zogen einige Klassen in kühlere Bereiche des Gebäudekomplexes um. Dass trotzdem für alle der Unterricht um 11.45 Uhr vorbei war, war nicht der Hitze geschuldet, sondern einer seit Wochen geplanten Brandschutzübung.

Dass Hitzefrei heute fast schon ein nostalgisches Wort ist, sei nicht allzu schade, meint Heidrun Schümer aus Wettmar, die nach 42 Jahren Schuldienst 2009 in den Ruhestand ging. Wenn man sich in die Situation der Mütter zurückversetze, sei das „eine schreckliche Zeit“ gewesen, wenn die Kinder einfach nach Hause geschickt wurden. Die pensionierte Grunschullehrerin Heidrun Schlieker pflichtet ihr bei: „Verlässlichkeit ist für die jungen Frauen heute wichtig.“

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