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Rosenkrieg endet vor Gericht

Großburgwedel Rosenkrieg endet vor Gericht

Das Amtsgericht Burgwedel hat einen 26-Jährigen am Donnerstag wegen Körperverletzung zu vier Monaten auf Bewährung verurteilt. Er hatte seine damalige Freundin im Februar am Boden liegend getreten.

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Der junge Mann soll seine damalige Freundin mit der Faust ins Gesicht und am Boden liegend getreten haben. Nur der zweite Vorwurf konnte ihm vor Gericht nachgewiesen werden.

Quelle: Symbolbild

Großburgwedel. Im Hollywood-Film „Der Rosenkrieg“ waren es Kathleen Turner und Michael Douglas gewesen, die sich nach gemeinsamen Jahren einen Kampf bis aufs Blut lieferten. Allzu weit von der fiktiven Vorlage entfernt hatte wohl auch das junge Pärchen aus Burgwedel nicht gelegen. Seit 2010 waren die heute 20-Jährige und ihr 26-Jähriger Freund liiert, die letzte Zeit „war es aber ein total krasser Rosenkrieg“, schilderte es der Angeklagte. Oft habe es körperliche Auseinandersetzungen gegeben –„auch von ihrer Seite“.

Anfang Februar wollte der junge Burgwedeler, der schon mehrfach betrunken aktenkundig geworden war und unter Bewährung steht, die Beziehung beenden. Doch seine Freundin akzeptierte das nicht. Sie hielt ihn fest, es gab ein Gerangel – in dessen Folge er ihr mit der Faust ins Gesicht geschlagen und sie am Boden liegend mit seinen Arbeitsschuhen getreten haben soll. Zurückgeblieben seien blaue Flecken, zum Arzt sei sie nicht gegangen, so die Ex-Freundin im Zeugenstand.

Der Angeklagte räumte den Streit an, getreten oder mit der Faust geschlagen habe er sie aber nicht - und die Arbeitsschuhe habe er auch nicht getragen, er sei krank geschrieben gewesen. Doch warum sollte ihn die 20-Jährige zu Unrecht belasten? Man habe sich ausgesprochen, verstehe sich wieder gut, sagte die junge Frau aus. „Ich hab Dich lieb“, verabschiedete der 26-Jährige seine Ex-Freundin dann auch aus dem Zeugenstand.

Eine Freundin der jungen Frau, die den ersten Verhandlungstag geschwänzt und deshalb ein Ordnungsgeld von 150 Euro auferlegt bekommen hatte, bestätigte gestern, dass es immer wieder Streitereien gegeben habe. Am Tattag habe ihre Freundin sie verängstigt zu Hilfe gerufen – die Wohnung sei verwüstet gewesen, ihre Freundin habe mit zerzausten Haaren und zerrissener Kleidung da gestanden. „Es gab viel Geschrei, ein Hin und Her“, beschrieb die 24-Jährige die Situation. Der Angeklagte habe nicht gehen wollen und ein Loch in die Tür getreten.

Am Ende stand im Urteil eine viermonatige Bewährungsstrafe zuzüglich 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit und der Auflage, eine Alkoholtherapie zu machen. „Ob es Arbeitsschuhe waren, mit denen Sie zugetreten haben, ist nicht bewiesen“, begründete Amtsrichter Michael Siebrecht, warum keine gefährliche Körperverletzung zum Tragen kam. „Die Schläge während des Gerangels waren wohl gegenseitig.“

Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert – da die Frau seinen Mandanten festgehalten und der Freiheit beraubt habe, müsse man von Notwehr sprechen. „Wenn eine deutlich schwächere Frau aber auf dem Boden liegt und getreten wird, ist das keine Notwehr mehr“, machte Siebrecht deutlich. Der Angeklagte habe Glück, noch einmal eine Bewährungsstrafe auf Grund seiner Bereitschaft zu einer Therapie zu bekommen. „Eine drittes Mal gibt es das hier nicht.“

Von Frank Walter und Carina Bahl

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