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Schaffnerin steckt Handy ein

Burgwedel/Wedemark Schaffnerin steckt Handy ein

Eine Schaffnerin hat in der Wedemark das vergessene Handy eines Fahrgastes eingesammelt – und im Anschluss verloren. Das Verfahren wegen Diebstahls wurde vor dem Amtsgericht Burgwedel jetzt gegen eine Geldauflage eingestellt.

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Das Amtsgericht Burgwedel hat das Verfahren wegen Diebstahls gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt.

Quelle: Symbolbild: Martin Lauber

Burgwedel/Wedemark. Die Aussage des Verteidigers im Gerichtssaal ließ keinen Zweifel: "Wenn meine Mandantin verurteilt wird, ist sie ihren Job los.“ Am 8. Juni hatte die Schaffnerin gegen Mitternacht in einem leeren Abteil ein Handy gefunden. Dieses hatte ein Jugendlicher aus der Wedemark dort verloren. Per Videobeweis stand außer Frage, dass die Frau das Mobiltelefon entdeckt und auch eingesteckt hatte. Aber was war dann passiert? Im Fundbüro am Hauptbahnhof in Hannover war es nie eingetroffen, tags darauf aber resetet worden.

"Ich habe das Handy nicht behalten“, beteuerte die 33-Jährige im Burgwedeler Gerichtssaal. Sie wisse doch, dass sie während der Arbeit gefilmt werde. "Da würde ich doch nicht ernsthaft so blöd sein und vor der Kamera ein Handy stehlen.“ Sie habe das Handy damals in ihre Weste gesteckt, wollte im Führerstand ordnungsgemäß ein Fundprotokoll dazu ausfüllen – "und dann muss ich es einfach dort liegen gelassen haben.“ Sie wisse, dass sie ihre Arbeit in diesem Punkt nicht korrekt ausgeführt habe, "aber es war spät, ich war müde. Das ist doch menschlich.“ Den Verbleib des Telefons könne sie nicht aufklären.

Den Wert des Handys in Höhe von 270 Euro hatte sie bereits vor der Verhandlung dem Wedemärker ersetzt. "Ich weiß doch, was für mich auf dem Spiel steht. Es war ein großer Fehler“, gab die Angeklagte zu Protokoll.

Richter und Staatsanwältin konnten sich aufgrund des Geständnisses, einer bisher strafrechtlich weißen Weste und des erfolgten Schadensausgleichs schnell mit einer Einstellung des Verfahrens anfreunden. Die Geldauflage von 1500 Euro, die die 33-Jährige dafür jetzt an das Helfernetzwerk Isernhagen zahlen muss, akzeptierte die Frau. Das Angebot des Richters auf Ratenzahlung schlug sie prompt aus: "Ich zahle das gern sofort und auf einmal.“ Die Erleichterung ob der ausgebliebenen Verurteilung stand ihr ins Gesicht geschrieben.

Von Carina Bahl

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