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Amtsgericht verurteilt Unfallfahrer

Burgwedel Amtsgericht verurteilt Unfallfahrer

Wer sich nach einer Flasche Whiskey, einem Glas Rum und viel Bier noch ans Steuer setzt – und das ohne Führerschein – der muss sich über eine Strafe nicht wundern. Das hat jetzt auch ein 38-Jähriger vor dem Amtsgericht Burgwedel gelernt.

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Das Amtsgericht Burgwedel hat jetzt einen 45-Jährigen verurteilt, der betrunken und ohne Führerschein einen Autounfall verursacht hatte.

Quelle: Archiv

Burgwedel. Im Oktober hatte der Mann sich sturzbetrunken in seinen Ford gesetzt und eine Schneise der Verwüstung in der Wedemark hinterlassen: Erst war er nachts gegen 3 Uhr von der Straße abgekommen, hatte daraufhin eine Eibe umgefahren, eine Mauer gerammt und dann einen geparkten Nissan demoliert. Den Gesamtschaden bezifferte die Staatsanwaltschaft mit 6071 Euro. Der Mann war im Anschluss geflüchtet und wurde erst am nächsten Mittag von der Polizei geweckt – mit einem Restalkoholwert von knapp 1 Promille.

„Was soll ich sagen? Das war so“, sagte der 45-Jährige im Gerichtssaal. Sein Filmriss war bemerkenswert: „Ein Auto habe ich aber nicht angefahren.“ Als der Richter ihm jedoch Beweisfotos zeigte, die belegten, dass unter seinem Wagen Teile des von ihm gerammten Fahrzeuges mitgeschleift worden waren, korrigierte er sich: „Oha, ja. Dann war ich das wohl doch.“ Warum er überhaupt gefahren sei, blieb schwammig – vielleicht habe er zum Grab eines Verwandten gewollt. „So oder so: Es war eine große Dummheit.“

Das konnte auch der Richter nur unterschreiben. Zumal der Mann sich so nicht nur wegen Trunkenheit im Verkehr schuldig gemacht hatte, sondern auch wegen Fahrens ohne Führerschein und Unfallflucht. Seinen Führerschein hatte ein Gericht bereits 2014 kassiert. Auch an diese Vorstrafe konnte sich der 45-Jährige nicht erinnern. „Aber so grundsätzlich sind Sie ganz zufrieden mit Ihrem Gedächtnis, ja?“, fragte Amtsrichter Michael Siebrecht ironisch.

Letztlich stand im Urteil für den arbeitslosen Gerüstbauer eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 10 Euro und eine Führer- scheinsperre für zwei Jahre. „Danach müssen Sie eine medizinisch-psychologische Untersuchung bestehen“, betonte Siebrecht. „Mal schauen, ob sie das schaffen.“ Wer bei so viel Alkohol – zur Tatzeit müssen es weit mehr als 2 Promille gewesen sein – überhaupt fahren könne, dürfte den Konsum gewohnt sein. Das verneinte der Angeklagte: „Das Gute an der Sache ist, dass ich seitdem keinen Alkohol mehr trinke.“

Von Carina Bahl

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