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Mit Tempo 180 bis auf einen Meter aufgefahren

Burgwedel Mit Tempo 180 bis auf einen Meter aufgefahren

50 Tagessätze à 50 Euro, der Führerschein endgültig eingezogen und für zehn Monate gesperrt: Wer bei Tempo 180 auf der A7 nur einen Meter Abstand hält, den darf so eine Strafe nicht wundern, wie sich am Donnerstagvormittag im Amtsgericht Burgwedel zeigte.

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Das Amtsgericht Burgwedel hat einen 25-Jährigen zu 2500 Euro Strafe verurteilt und ihm den Führerschein entzogen.

Quelle: Symbolbild

Burgwedel/Wedemark. „Wer so wie Sie fährt, der muss aus dem Verkehr gezogen werden“, betonte Amtsrichter Michael Siebrecht in seinem Urteil. Das Verhalten des 25-jährigen Angeklagten sei eine vorsätzliche Verkehrsgefährdung samt Nötigung gewesen, die schlimme Folgen hätte haben können.

Der 25-Jährige war im Oktober an einem Sonntagabend auf der A7 in Richtung Kassel unterwegs. In Höhe der Wedemark sei er laut Anklage auf der linken Spur bei Tempo 180 über längere Zeit bis auf einen Meter auf einen Seat aufgefahren, habe dessen Fahrer mit Lichthupe bedrängt, die Spur zu wechseln. Als dieser das nicht tat, überholte der Angeklagte rechts, scherte äußerst knapp vor dem Seat wieder ein und bremste ihn aus.

„Ich musste richtig stark in die Eisen gehen“, schilderte das Opfer. Dessen damalige Beifahrerin ergänzte: „Ich habe mich nur noch in den Türgriff gekrallt und war überzeugt, dass wir auffahren.“ Sie habe solche Angst gehabt, dass sie im Nachgang zum Beinahe-Unfall Probleme hatte, weiter Fahrstunden zu nehmen.

Aus Sicht des Angeklagten und seines Beifahrers hatte es die Situation so nie gegeben. „Der Typ vor mir fuhr ewig auf der linken Spur und wollte nicht wechseln“, sagte der 25-Jährige aus. Gleich mehrere Autos hätten vor ihm rechts überholt, zudem habe der Seat oft unmotiviert abgebremst, weswegen der Sicherheitsabstand vielleicht mal unter die 50 Meter gerutscht sei. „Ich bin Berufskraftfahrer und habe noch nie meinen Führerschein abgeben müssen“, beteuerte der Angeklagte, dass er ein vernünftiger Autofahrer sei.

Staatsanwaltschaft und Richter glaubten das nicht. „Es gibt keinerlei Belastungstendenz bei den Zeugen“, argumentierte die Staatsanwältin. Das Opfer und seine Freundin kannten den Angeklagten nicht und hatten noch nie zuvor eine Anzeige erstattet. „Wer dennoch die Polizei ruft und schließlich sogar von Braunschweig bis nach Burgwedel zu einer Verhandlung fährt, der hat ganz bestimmt etwas Einschneidendes erlebt“, ergänzte Siebrecht. Dass die Zeugen leicht widersprüchliche Angaben zu den Abständen machten – geschenkt: „Abstände abzuschätzen ist schwer, und wenn einem etwas Traumatisches passiert, vergisst man Details“, so hielt Siebrecht an den Zeugen fest.

2500 Euro Strafe muss der Verkehrsrowdy nun zahlen. In zehn Monaten darf er frühestens versuchen, eine neue Fahrerlaubnis zu bekommen. Auf seinen Beifahrer wird zudem ein Verfahren wegen Falschaussage zukommen. Dieser hatte seinem Freund ein einwandfreies Fahrverhalten bescheinigt.

Von Carina Bahl

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