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Ohne Führerschein im Porsche geblitzt

Burgwedel Ohne Führerschein im Porsche geblitzt

Arbeitslos, aber im Porsche unterwegs, und das ohne Fahrerlaubnis doppelt so schnell wie zulässig: Dafür hat das Amtsgericht Burgwedel einem 26-Jährigen am Donnerstag eine Geldstrafe und eine zehnmonatige Führerscheinsperre verpasst.

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Mit 102 Kilometer pro Stunde statt erlaubter 50 ist ein Porschefahrer in Hannover geblitzt worden. Dabei hatte er nicht einmal eine Fahrerlaubnis.

Quelle: Symbolbild

Burgwedel. „Bisher haben Sie den Straßenverkehr nicht gerade bereichert“, drückte Burgwedels Amtsrichter Michael Siebrecht es noch milde aus, was er aus dem Verzeichnis der Ordnungswidrigkeiten des Angeklagten zu verlesen hatte: Seit 2011 hatte der Mann schon mehrere Male auf seinen Führerschein verzichten müssen, weil er zu schnell war. Hinzu kamen Geldbußen in Höhe von Hunderten Euro. Viermal wurde er mit Handy am Steuer erwischt, neben diversen anderen Geschwindigkeitsüberschreitungen auch schon mit mehr als 100 Kilometer pro Stunde außerorts und 45 Kilometer pro Stunde zu schnell innerorts geblitzt.

Und das, obwohl der arbeitslose Familienvater gar kein eigenes Auto besitzt. „Ich war im Porsche meiner Schwester unterwegs“, schilderte der 26-Jährige, wie er im März in Hannover mit Tempo 102 statt erlaubter 50 erwischt werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt hätte er gar nicht fahren dürfen, da für ihn ein Fahrverbot galt, das er sich zuvor bei einer anderen Raserei eingehandelt hatte.

Im Amtsgericht Burgwedel lautete die Anklage daher auf vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis. Den Vorsatz ließen Richter und Staatsanwältin fallen, als der Mann versicherte, er sei nur gefahren, weil er dachte, eine viermonatige „Schiebefrist“ zu haben, bis er den Führerschein abgeben müsse. „Sonst hätte ich das nie getan“, beteuerte er im Gerichtssaal. „Eine Sorgfaltspflichtverletzung ist das aber allemal“, entgegnete Siebrecht – zumal im Bußgeldbescheid gestanden habe, dass das Fahrverbot ab sofort gelte. „Das hätten Sie richtig lesen müssen und dann auch wissen können“, hielt er ihm vor.

Mit dem Urteil, das am Ende 30 Tagessätze à 15 Euro umfasste, fuhr der Angeklagte aber mehr als gut. Der eigentlich ausgestellte Strafbefehl vom Gericht hatte noch 30 Tagessätze à 100 Euro vorgesehen. „Wenn man von einem Porsche hört, geht man da von anderen Einkünften aus“, erklärte Siebrecht, wie es zu der hohen Summe gekommen war. Das Bußgeld in Höhe von 660 Euro, das der Mann eigentlich für seine Raserei hätte zahlen müssen, wurde mit dem Strafprozess ebenfalls aufgehoben. „Es geht nur eines von beiden“, erklärte die Staatsanwältin. Dadurch, dass es nun einen Strafprozess und ein Urteil gegeben habe, müsse der Bußgeldbescheid zurückgenommen werden. „Beim Bußgeld kommt es nicht auf die Einkünfte an. Hier im Gericht schon“, ergänzte der Richter, warum der 26-Jährige jetzt nur 450 Euro zahlen müsse.

Eine zehnmonatige Führerscheinsperre kommt für das Fahren ohne Fahrerlaubnis noch oben drauf. „Das ist nicht die klassische Strafe für dieses Vergehen“, erläuterte Siebrecht dem frisch Verurteilten. „Aber bei Ihrem Vorleben durchaus angebracht.“

Von Carina Bahl

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