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Pfefferspray-Wolke trifft Frauen

Großburgwedel Pfefferspray-Wolke trifft Frauen

Für seine Pfefferspray-Attacke auf zwei Frauen in Großburgwedel hat ein 26-Jähriger nun vor dem Amtsgericht die Quittung bekommen.

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Der Prozess wegen einer Pfefferspray-Attacke endet für den Angeklagten mit einer neunmonatigen Bewährungsstrafe.

Quelle: Symbolbild: dpa/Daniel Karmann

Großburgwedel. "Dann ist das halt so“: Sonderlich beeindruckt schien der junge Mann nicht. Dabei hatte der Staatsanwalt doch gerade eine neunmonatige Bewährungsstrafe und 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit für die gefährliche Körperverletzung am helllichten Tag mitten in Großburgwedel gefordert.

An einem frühen Nachmittag Mitte Februar hatte der Angeklagte am Alten Markt zum Pfefferspray gegriffen – angeblich, um sich gegen einen Mann zu verteidigen. Dieser habe sich dicht vor ihm aufgebaut, "der wollte mir eine klatschen“. Auch die beiden jungen Frauen seien auf ihn losgegangen. "Ich wusste mir nicht anders zu helfen“, sah sich der Angeklagte, der sich selbst verteidigte, in einer Notwehr-Lage.

In der Aussage der einzigen unabhängigen Zeugin, die das Geschehen vom Küchenfenster aus beobachtet hatte, klang das allerdings ganz anders. Als der Angeklagte zum Pfefferspray gegriffen habe, sei der andere Mann bereits 15 bis 20 Meter entfernt gewesen. Die beiden Frauen, die später hinzugekommen seien, hätten offenbar nur mit dem Angeklagten sprechen wollen und keinerlei bedrohliche Handbewegungen gemacht. "Er hat ohne Vorwarnung gesprüht, da war eine riesige Dampfwolke“, sagte die Zeugin.

Die beiden Opfer lieferten die Vorgeschichte zur Körperverletzung: Eine von ihnen hatte kurz zuvor ihre Beziehung zu einem Freund des Angreifers beendet. Dann sei ihr Laptop aus der Wohnung verschwunden, weswegen ihre Freundin und sie selbst den Angeklagten zur Rede hätten stellen wollen. Dazu sei es aber nicht mehr gekommen: Sie selbst habe "die volle Ladung abbekommen“, ihre Freundin sich noch wegdrehen können. Den anderen Mann hätten sie gar nicht wahrgenommen. Neben den drei Zeugenaussagen sprach letztlich auch ein Chatprotokoll gegen den Angeklagten: Dieser hatte die Exfreundin seines Kumpels kurz vor der Tat via Facebook bedroht.

Für den Amtsrichter lag der Fall letztlich klar, er folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft. "Aus Solidarität zu ihrem Freund wollten Sie die Frauen disziplinieren“, hielt Michael Siebrecht in seiner Urteilsbegründung dem jungen Mann vor, der bereits mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt gekommen war. Er hoffe, dieser bekomme jetzt die Kurve. "Bei der nächsten Tat müssten sie sich lange in Haft verabschieden.“

Von Frank Walter

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