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Landmarkt-Nein: Bürger üben Kritik an Stadt

Burgwedel Landmarkt-Nein: Bürger üben Kritik an Stadt

Erst kürzlich hat die Stadtverwaltung das Angebot für einen sonnabendlichen Landmarkt auf dem Domfrontplatz abgelehnt. Begründung: Dieser könne dem Wochenmarkt am Donnerstag Kundschaft rauben. Eine Entscheidung, die etliche Bürger bedauern. Einige üben generell Kritik am Stadtmarketing.

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Nichts los: Der Domfrontplatz ist am Wochenende bestenfalls Querungsfläche für Einkaufswillige. Die Idee, hier einen Landmarkt abzuhalten, hat die Stadtverwaltung abgelehnt.

Quelle: Zottl

Großburgwedel. Leer: Anders lässt sich der Domfrontplatz an diesem Sonnabend nicht beschreiben. Hier wollten die Händler des Bissendorfer Landmarktvereins jeden Sonnabend ihre regionalen Waren anbieten. Nun queren die Einkaufswilligen den Platz in Richtung  Rewe-Supermarkt. Viele von ihnen haben von der Ablehnung der Stadt gehört - und nicht alle sind damit einverstanden. "Ich würde so etwas jederzeit gern haben", sagt ein älterer Mann, der mit seiner Frau nur wenige Meter vom Zentrum entfernt wohnt. "Wir haben kein Auto und sind auf die Geschäfte hier angewiesen. Und die Waren auf so einem Markt wären bestimmt sehr frisch." Aber das Paar und eine Bekannte diskutieren auch kontrovers. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein zweiter Markt von den Leuten angenommen wird", sagt die zweite Frau. "Die Berufstätigen haben doch alle ein Auto, die fahren dann zum Real nach Altwarmbüchen."

Das sehen beispielsweise Patrick Schmitzius und Natali Dilmann anders. "Ich finde das total schade, hier in der Umgebung gibt es tolle regionale Erzeuger. Aber ich habe keine Zeit, am Donnerstag zum Wochenmarkt zu gehen - höchstens, wenn ich Urlaub habe", sagt Schmitzius. Auch Rosmarie Meißner glaubt nicht, dass ein zweiter kleiner Markt dem großen Marktbeschickern das Geschäft verdürbe. "Es wäre eher eine Bereicherung. Und eine Belebung für den Platz." Das findet auch Frisörmeister Werner Baack, der in seinem Salon direkt an dem Platz betreibt. Er ist sehr verärgert über die Verwaltung - generell, wenn es um das Thema Domfrontplatz geht. "Der ganze Platz ist nicht gelungen", schimpft er. Zu viel Stein, zu wenig Grün, ein Brunnen fehle immer noch. Ein Landmarkt am späten Vormittag, glaubt er, wäre ein gute Chance gewesen, der Ecke mehr Leben einzuhauchen. Seine Kundin stimmt ihm zu. "Stellen Sie sich mal vor, ich bekomme Besuch am Wochenende. Wenn ich das frische Gemüse schon am Donnerstag kaufe - wie das dann zwei Tage später aus", sagt sie und fügt hinzu: "Fragen Sie doch mal, warum so viele Leute am Sonnabend nach Burgdorf oder Langenhagen fahren."

Auch Kochschulbetreiber Ralf Brotzki geizt nicht mit Kritik - allerdings hat die vor allem mit dem generellen Stadtmarketing in der Kommune zu tun. "Für wen soll man denn hier einen Landmarkt installieren? Hier ist jeder Sonnabend so ruhig", sagt er. Seine Kunden berichten ihm, dass sie am Sonnabend in andere Städte führen - die Angebotspalette in Burgwedel decke nicht den Bedarf aller Familienmitglieder. "Es gibt hier kein einziges Herrenbekleidungsgeschäft. Die Männer, die in den Vorständen und im Management tätig sind, bekommen hier nichts. Also steigt die Familie ins Auto und verbringt einen schönen Tag in Hannover." Die Mieten in den Ladenlokalen an der Von-Alten-Straße seien oft zu hoch, um ein konkurrenzfähiges Angebot vorzuhalten. "Hier muss die Stadt die Eigentümer in die Pflicht nehmen", findet er und setzt nach: "Ein Landmarkt? Das ist doch nichts Attraktives, um die Leute anzulocken."

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