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Große Ehre für Andreas Listing

Burgwedel Große Ehre für Andreas Listing

Eine Buskatastrophe zeigte vor über einem Jahrzehnt: Löschen, retten und dann auch noch die Medien adäquat informieren - das kann die freiwilligen Helfer der Feuerwehr überfordern. Deshalb entwickelten Andreas Listing und Armin Jeschonnek mehrere Module für eine professionelle und zeitgemäße Öffentlichkeitsarbeit.

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Karl-Heinz Mensing (links) und Armin Jeschonnek (rechts) ehren Andreas Listing für die Professionalisierung der regionalen Feuerwehr-Pressearbeit.

Quelle: privat

Thönse. Der Thönser Andreas Listing engagiert sich seit über einem Jahrzehnt für die Professionalisierung der Feuerwehr-Pressearbeit. Listing, als langjähriger Pressesprecher der Region Hannover selbst ein geschulter Medienmann, entwickelte zusammen mit Armin Jeschonnek professionelle Unterrichts-Module. Am Sonnabend erfuhr der 57-Jährige bei der Jahrestagung der Feuerwehrpressesprecher dafür eine besondere Würdigung. Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing zeichnete den sichtlich überraschten Medienprofi mit der Niedersächsischen Feuerwehr-Ehrenmedaille aus. Dank seines Engagements könnten sich die ehrenamtlichen Pressesprecher der 20 Stadt- und Gemeindefeuerwehren des Umlandes von  Hannover seit einem Jahrzehnt in passend zugeschnittenen Lehrgängen in Öffentlichkeitsarbeit weiterbilden.

Bei Rettungseinsätzen müssen die ehrenamtlichen Helfer nicht nur schnell reagieren, sondern sie stehen auch einem stetig steigenden Medieninteresse gegenüber. Das machte eine Buskatastrophe auf der A 2 bei Garbsen mit 20 Toten und zwölf Verletzten deutlich: Die Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehren, die schon vom Fahrzeugbrand extrem gefordert waren, konnten die Anfragen und Bildwünsche von Journalisten, Kameraleuten und Fotografen nicht adäquat bedienen. "Das übernahm dann die Polizei", erinnert sich Listing. Auch Journalisten, die in Ermangelung sachkundiger Ansprechpartner damals bei den Leitstellen anriefen, banden oft Kräfte, ohne umfassend informiert zu werden.

Mit dem Modul "Pressearbeit bei Einsätzen mit großem Medieninteresse" schuf Listing das erforderliche Handwerkszeug. Seitdem trainieren Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren neben dem Ausrollen und Koppeln von Schläuchen und der Arbeit unter Atemschutz auch "Grundlagen der Pressearbeit",  "Kamera- und Interviewtraining" sowie das neu entwickelte Konzept  für die Nutzung von Twitter und Facebook namens "Social Media und Fotografie". Die Module haben mittlerweile landesweit Beispielcharakter und wurden schon von mehr als 260 Teilnehmern absolviert.

Ehrenamtlich aktiv ist Listing aber auch anderweitig – seit 20 Jahren ist er Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Burgwedel/Domfron. Außerdem arbeitet der Thönser im Vorstand des Journalistenzentrums Wirtschaft und Verwaltung mit, das – ebenfalls auf ehrenamtlicher Basis – das Personal von Pressestellen nach journalistischen Grundsätzen qualifiziert.

Von PATRICIA CHADDE

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