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Angriff mit Stöckelschuhen: Verfahren eingestellt

Burgwedel/Wedemark Angriff mit Stöckelschuhen: Verfahren eingestellt

Mit Zickenkrieg hatte das nichts mehr zu tun: Eine 24-Jährige hat im März im Streit mit ihren hochhackigen Schuhen auf den Kopf eines Mädchens eingeschlagen. Das Verfahren vor dem Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung wurde Dienstag jedoch eingestellt.

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Das Amtsgericht stellt das Verfahren gegen eine 24-Jährige wegen gefährlicher Körperverletzung ein.

Quelle: Martin Lauber (Archiv)

Burgwedel. Was war am 24. März in der Mellendorfer Diskothek wirklich passiert? Die vielen Zeugen der Partynacht waren sich in einem Punkt einig: Die beiden jungen Frauen hatten sich in der Disco angegiftet und auch beim Abschied vor der Tür kein gutes Haar an sich gelassen. „Sie hat herumerzählt, dass ich eine Abtreibung hatte. Der Vater ist ihr jetziger Freund“, sagte die 17-Jährige im Zeugenstand aus. „Das geht doch keinen etwas an. Ich war richtig wütend.“

Diese Wut war auf der anderen Seite nicht geringer: „Die hat behauptet, ich wäre für meinen Freund nur ein Notnagel, eine Lückenbüßerin“, sagte die Angeklagte. Deshalb sei der Streit kurz nach der Verabschiedung am Bahnhof in Mellendorf eskaliert.

Die angebliche Backpfeife, die ihr die 17-Jährige zuvor noch auf dem Parkplatz vor der Disco verpasst haben soll, konnte jedoch kein Zeuge bestätigen. „Ich glaube nicht, dass es diese gegeben hat“, betonte Richterin Franziska Vandrey. Nur der Freund der Angeklagten gab Wort für Wort ihre Variante wieder - „da könnte jetzt noch ein gesondertes Verfahren auf Sie zukommen“, kündigte die Richterin dem Zeugen an.

Wäre es bei einem Handgemenge, Beleidigungen und einem lautstarken Streit unter zwei betrunkenen Mädchen geblieben - vielleicht hätte das Gericht gar nicht verhandelt.

Aber: „Irgendwann lagen wir dann beide auf dem Boden“, schilderte die Angeklagte das Szenario. „Sie hat immer wieder gegen meine Brüste geschlagen, und die waren damals doch frisch operiert.“ Deshalb habe sie sich ihre Pumps ausgezogen und damit ihrer Gegnerin an den Kopf geschlagen. „Ich wollte sie nur abwehren“, sagte die 24-Jährige. Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand lautete denn auch die Anklage. Die Verletzungen, die das 17-jährige Opfer davongetragen hatte, waren nicht ohne: Nasenbeinprellungen, Schnitt- und Platzwunden sowie mehrere Hämatome. Diese hatte im Brustbereich aber auch die Schlägerin davongetragen.

„Ob ein Schuh wirklich ein gefährlicher Gegenstand ist, darüber lässt sich streiten“, sagte Vandrey. Aber wer damit auf den Kopf eines Menschen einschlage, gehe ein Risiko ein. Weil die vier jungen Männer und das Mädchen, die dabei waren und denen der Streit ihrer Freundinnen „irgendwie peinlich“ war, sich nicht festlegen konnten, wann wer wen provoziert hatte, wurde das Verfahren eingestellt.

„Sie haben sich an diesem Abend wirklich nichts genommen“, begründete die Richterin das Vorgehen. Vorbestraft sei die junge Angeklagte ebenfalls nicht. 400 Euro muss sie dennoch als Auflage an die Landeskasse zahlen. „Das ist ein gutes Angebot“, sagte Vandrey - und gab den Rat schlag, der jedem im Gerichtssaal auf der Zunge lag: „Gehen Sie sich künftig bitte bloß aus dem Weg.“

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