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Annegret Kurth ist Burgwedels neue Gleichstellungsbeauftragte

Diplom-Soziologin Annegret Kurth ist Burgwedels neue Gleichstellungsbeauftragte

Neuland? Bitte sehr! Annegret Kurth ist seit sechs Wochen die neue Gleichstellungsbeauftragte im Rathaus. Burgwedel ist für die 58-Jährige die erste berufliche Station auf dem flachen Land.

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Annegret Kurth auf dem Weg in ihr Büro im ersten Stock des Rathauses: Dort hat sie dienstags von 10 bis 12 und donnerstags von 15 bis 17 Uhr feste Sprechstunden.

Quelle: Martin Lauber

burgwedel. An den Wochenenden bleibt Annegret Kurth bis auf weiteres Großstadtpflanze: Eine Bleibe hat sie noch in Berlin, eine weitere mit Familienanbindung in Bremen, wo sie aufgewachsen ist. Ihren ersten Wohnsitz hat sich die Diplom-Soziologin statt in Großburgwedel trotzdem im Dörfchen Thönse gesucht. Ins Rathaus radelt sie – und nach Feierabend liebend gern in die freie Natur.

„Ich bin sehr initiativ“, sagt die Frau, die gegen jede Statistik mit 58 Jahren alle Mitbewerberinnen ausgestochen hat – was bei ihrer idealtypischen Vita kein Wunder ist. Direkt nach dem Studium hatte die Lehrerstochter in einem Forschungsprojekt Rehabilitationsmöglichkeiten für drogenabhängige Frauen im Berliner Justizvollzug ausgelotet und hat gleich anschließend die passende Therapieeinrichtung aufgebaut – gegen viele Widerstände in einer Villa im noblen Dahlem.

Es folgten fünf Jahre an der Uni, wo sie in Praxisseminaren ihr Wissen über die Entwicklung sozialer Projekte und psychosoziale Beratung weitergab. Vier Jahre als Frauenbeauftragte an einer Fachhochschule schlossen sich an, anschließend der Aufbau eines Promotionsförderprogramms für Sozialarbeiterinnen, auf das sie stolz ist. Erstens, weil mehrere Professorinnen daraus hervor gegangen seien, zweitens, weil es so gelungen sei, Praxiswissen für die Wissenschaft zu sichern.

Nach soviel frauenbezogenen Themen war die Geschäftsführung in einem großen Berliner Kinder- und Jugendhilfeverein eine willkommene Abwechslung. Zuletzt hat die Nachfolgerin von Monika Franke in Bremen ihren Vater beim Sterben begleitet.

In einer Kommune arbeiten zu können, in der „nicht immer der Mangel herrscht“, ist für die Neue ungewohnt – „wie Weihnachten“. Zurzeit ist sie noch dabei, sich umzusehen. Die Federführung in diversen Arbeitskreisen, unter anderem für Prävention, hat sie geerbt.

Für eine Gleichstellungsbeauftragte sieht die Hanseatin neue Herausforderungen: etwa, dass im Erzieherberuf mehr Männer zum Zuge kommen. Beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelte es, außer Kindern auch den demografischen Wandel im Auge zu behalten, sprich die pflegebedürftigen Angehörigen.

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