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Ein Archiv für alte Grabsteine

Engensen Ein Archiv für alte Grabsteine

Ob das wohl Schule machen wird? Eine Art Friedhof exklusiv für Grabsteine von abgelaufenen Grabstätten wird jetzt hinter Engensens Friedhofskapelle hergerichtet – quasi wider das Vergessen.

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Hinter der Engenser Friedhofskapelle soll eine Fläche eigens für Grabsteine eingerichtet werden.

Quelle: Lauber

Burgwedel. 35 bis 40 Grabsteine jeder Form und Größe lässt die Stadt Burgwedel Jahr für Jahr auf ihren fünf Friedhöfen von Gräbern abräumen, deren Laufzeit nach 30 Jahren abgelaufen und nicht verlängert worden ist. In Engensen werden so nach Schätzung der Verwaltung vier bis fünf Steine pro Jahr von einer Kleinburgwedeler Firma entsorgt.

„Durch diesen Tatbestand gehen immer mehr Namen verloren, die untrennbar mit der Geschichte unseres Ortes verbunden sind. Namen und Daten von historischer Bedeutung verschwinden so unwiederbringlich im Schredder“ - das bedauert wahrscheinlich nicht nur Engensens Ortsbürgermeister Friedhelm Stein (WEB). Er aber hat gründlich über dieses Problem nachgedacht - und mit seinem Vorschlag am Dienstagabend im Ortsrat offene Türen eingerannt - wie zuvor bei Martin Riessler. „Ich kann das Anliegen gut verstehen“, sagt der bei der Stadt für die Friedhöfe zuständige Mann.

Steins Lösung: Wenn die Angehörigen es wünschen, können sie künftig die von abgelaufenen Gräbern abgeräumten Steine auf einer Extra-Fläche hinter der Friedhofskapelle abstellen lassen. Im 30-Grad-Winkel an eine 30 bis 40 Zentimeter hohe Mauer gelehnt und vorne in die Erde eingelassen, werden sie gut lesbar bleiben, und mit der Standfestigkeit gibt es keine Probleme. Für das Umstellen durch eine Fachfirma wird nur ein einmaliger Obolus fällig. Das Ablegen von Blumenschmuck soll für dieses steinerne Namensarchiv allerdings tabu bleiben.

Riessler zufolge wäre das im Ortsrat einstimmig befürwortete Modell Engensen problemlos auch auf die anderen städtischen Friedhöfe übertragbar. An geeigneten Standorten mangele es auch dort nicht - wegen des Trends zu Urnenbegräbnissen sei ausreichend Platz vorhanden.

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