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Robben macht jungen Iraner glücklich

Großburgwedel Robben macht jungen Iraner glücklich

Dieses Geschenk hätte wohl jeden FC-Bayern-Fan auf der ganzen Welt glücklich gemacht: Arjen Robbens Fußballtrikot, von ihm persönlich signiert mit „Für Parsa“. Empfänger ist ein zwölfjähriger Iraner, der die Sprachlernklasse am Gymnasium Großburgwedel besucht.

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Parsa Bina hat gerade das Robben-Trikot ausgepackt und freut sich sehr über das Geschenk.

Quelle: Lauber

Burgwedel. Es dauert ein wenig, bis Parsa Bina mit einem glückseligen Grinsen auf Wolke sieben ankommt: „Oh mein Gott! Das ist der schönste Tag meines Lebens!“ Das ist seine erste Reaktion nach dem Lüften des Paketdeckels. Darin: das signalrote Bayern-Trikot mit der Rückennummer 10. Und eine Autogrammkarte des Fußballprofis Arjen Robben aus den Niederlanden mit einem persönlichen Gruß - quasi von Migrant zu Migrant: „Für Parsa. Danke für deinem Geschenk! Arjen Robben.“

Ja, mit einer Karte hätte er vielleicht gerechnet - und jetzt ist es ein echter Schatz! Nachdem Klassenkameraden und Lehrerin Kathrin Rüter sie aus der Nähe bewundern durften, faltet Parsa seine Reliquie behutsam zurück in den Karton. Und strahlt immer noch.

Eigentlich ist ein so persönlicher Gruß des sympathischen Fußballers gar kein Wunder - angesichts des Geschenks, das Parsa im Dezember an ihn adressiert hatte: ein mit dem Vereinsnamen FC Bayern bemaltes und mit Glitzersteinen beklebtes Holzkästchen mit einem so anrührenden Brief darin (siehe Repro), wie ihn selbst höchstbezahlte Stars wie Robben wohl nicht jeden Tag bekommen: „... du warst mein erste stern auf Fußball ... und wenn ihr gewinnt, ich bin so glücklich ...“

Parsa, der mit seinen Eltern und einem zweijährigen Bruder seit acht Monaten in Großburgwedel lebt und in seiner Klasse das Mathe-Ass ist, war schon im Iran dank Sky glühender Bayern-Fan. In Deutschland kann er zwar seine Lieblingsmannschaft nicht mehr im Fernsehen sehen, dafür spielt er jetzt selbst Fußball beim FC Burgwedel - wenn auch nur im Training. Ohne Asylstatus kein Spielerpass und kein Mannschaftsspiel.

All das hat der Zwölfjährige seinem Fußballidol geschrieben. Das Holzkästchen, in dem er seinen Brief versandte, war in einer Unterrichtseinheit mit Nicole Friederichsen entstanden. Die qualifizierte Trauerbegleiterin hatte im Dezember mit den 16 Sprachlernkindern, die zum Teil traumatische Fluchterlebnisse zu verarbeiten haben, die Schatzkästchen gestaltet. Während des Bastelns wurde gemeinsam überlegt: Wer oder was tröstet euch, wenn ihr traurig seid? Friederichsen berichtet: „Die anderen Kinder waren froh, einen eigenen Schatz zu haben. Und Parsa? Er konnte nur an Arjen denken.“ Einem Mädchen aus seiner Klasse, die fragte, warum er nicht an Hannover 96 schreibe, erklärte Parsa die Welt: „Du magst Justin Bieber, ich mag Bayern.“

Von Martin Lauber

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