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Auf der Suche nach dem Ortseingang

Burgwedel Auf der Suche nach dem Ortseingang

Und alles nur, weil einer anbauen möchte: Eigentlich sollte die Änderung des Bebauungsplans Im Wedel im beschleunigten Verfahren über die Bühne gehen – eine Formalie. Doch das Prozedere muss eine Extrarunde drehen: Anwohner und die Landesstraßenbaubehörde haben ihr Veto eingelegt.

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Dringend gesucht: Der sogenannte OD-Stein - ein Stein oder Schild, dass aus straßenrechtlicher Sicht den Beginn einer Ortsdurchfahrt markiert - steht normalerweise an jedem Ortseingang, wie hier in Kleinburgwedel. Im Bereich der Bahnhofstraße sucht ihn das Bauamt bisher noch vergeblich.

Quelle: Zottl

Großburgwedel. Riesige Grundstücke mit ausladenden Bäumen: Das Wohnquartier Im Wedel, das sich schmal zwischen Bahnhofstraße und Fritz-Reuter-Weg entlangzieht, wirkt von der Bahnhofstraße aus alles andere als zugebaut. Dass dort der eine oder andere Bewohner auf die Idee kommt, anzubauen oder sein Haus durch ein neues zu ersetzen, ist kaum verwunderlich.

Doch der aktuelle Bebauungsplan gibt wenig Spielraum. Nur noch wenige der Gartenflächen gelten derzeit als "überbaubar“. Ein Anwohner hatte sich darum bei der Stadt nach Änderungsmöglichkeiten erkundigt. Das Bauamt wollte sich da auch nicht querlegen. "Wenn man die Innenstadtverdichtung vorantreiben möchte, sind solche Flächen natürlich interessant“, sagt Bauamtsleiter Oliver Götze. Der Entwurf des neuen Bebauungsplans sieht nun geringfügig verkleinerte Bauverbotszonen vor und erlaubt eine offene Bauweise, Reihenhauszeilen wären in einigen Bereichen möglich. Bei der öffentlichen Auslegung des Entwurfs regte sich sogleich der Widerstand einiger Anwohner. Diese fordern eine Beibehaltung der Einzelhausbebauung, um den Charakter der Siedlung zu erhalten. Die Befürchtung, ein riegelartiges Reihenhaus vor die Nase gesetzt zu bekommen, stieß bei Verwaltung und Politik auf Verständnis, eine Nachbesserung und Neuauslegung des Plans ist vorgesehen.

Dass der politische Entscheidungsprozess erst wieder im Spätsommer anrollt, liegt darüber hinaus auch am Veto der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Die wies nämlich darauf hin, dass das Wohnquartier gar nicht an der Großburgwedeler Ortsdurchfahrt liegt. Auf Höhe des Wohnzuges gilt die Bahnhofstraße als Landesstraße – und für die gelten deutlich strengere Bauverbotszonen am Straßenrand als bei einer Ortsdurchfahrt. "In einer Bauverbotszone darf nichts den Autofahrer vom Verkehr ablenken, auch schöne Häuser nicht“, sagt Götze. 20 Meter Abstand gelten dort normalerweise – innerorts könnte die Stadt diese Grenze auf fünf Meter reduzieren. Darum will das Bauamt nun den Antrag auf Versetzung des sogenannten OD-Steins stellen – ein kniehohes Schild mit OD-Beschriftung, das das Ende der Ortsdurchfahrt markiert. Doch da zeigt sich das nächste Problem: Der OD-Stein ist bislang nicht entdeckt worden. "Wir vermuten ihn irgendwo im Bereich der Einmündung von Bahnhofstraße und Fuhrberger Straße. Aber wir suchen noch“, sagt Götze trocken.

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