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Aufkleber aus Burgwedel wirbt für mehr Verständnis für Fahranfänger

Begleitetes Fahren Aufkleber aus Burgwedel wirbt für mehr Verständnis für Fahranfänger

Fahranfänger soll er vor Drängeleien ungeduldiger Autofahrer bewahren – und bei diesen Verständnis wecken für die betont behutsame Fahrweise des erst 17-jährigen Vordermanns am Steuer: Ein orangefarbener Aufkleber, made in Burgwedel, soll für mehr Frieden im deutschen Straßenverkehr sorgen.

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Simone Behnke hat den Aufkleber entworfen.

Quelle: Anne Buchholz

Burgwedel. Henrietta ist eine von Hunderttausenden, die sich für das begleitete Fahren entschieden haben. Im Mai hat die 17-Jährige ihren Führerschein gemacht. Bis zum 18. Geburtstag wird ihre Mutter, Katrin Kruschel, als eingetragene Ko-Chauffeurin jeden Fahrkilometer neben ihr im Familienauto teilen. Die gemeinsamen Fahrerfahrungen dieses Gespanns haben es in sich. Wenn sich Henrietta beim Einfahren in den Schulzentrumskreisel Zeit nimmt oder vor der Oldhorster Kreuzung ein Auto mehr passieren lässt, „wird gehupt und wild gestikuliert“ – so fasst die Gymnasiastin die ersten drei Monate hinterm Lenkrad zusammen. „Die regen sich total auf und fahren dicht auf“, fügt sie hinzu.

Auch wenn Katrin Kruschel in der undankbaren Beifahrerrolle bisweilen selbst auf die Geduldsprobe gestellt wird – etwas mehr Verständnis für ihre Tochter und deren Schicksalsgenossen vermisst sie doch. „Das ist doch gemein“, sagt die Thönserin. „Schon wegen der fehlenden Ortskenntnis sind Fahranfänger in vielen Situationen überfordert.“ Da bedürfe es keines zusätzlichen Drucks durch böse Reaktionen anderer Autofahrer. Problem erkannt, Problem gebannt?

Beim Nachsinnen über Möglichkeiten der Deeskalation und bei der Recherche im Internet sind die Kruschels auf eine (Markt-)Lücke gestoßen, von der sie kaum glauben konnten, dass sie existiert: In Deutschland gibt es nach ihren Recherchen keinen Autoaufkleber, mit dem sich begleitete Fahrer für die Mitwelt outen können.

Freundin Simone Behnke, im Hauptberuf Krankengymnastin, setzte sich prompt an den Rechner und kreierte eine rechteckige Plakette: ein Auto mit kleinem Fahrer und größerem Beifahrer, „BF 17“ in großen Lettern und Ziffern und darunter die Erklärung. Seitdem Henrietta dieses Signet am Autoheck hat, „hat mich noch nie jemand angehupt“, sagt sie.

Behnke und Kruschel sind davon überzeugt, dass es Bedarf für ihre Kreation gibt – und haben deshalb auf der Internetseite www.bf-17.com einen Onlineshop eingerichtet. Ihr Aufkleber soll dort bald Gesellschaft von einer abnehmbaren BF-17-Magnetplakette bekommen.

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