Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Aus für Biogasanlage an A 7?

Burgwedel Aus für Biogasanlage an A 7?

Quasi durch die Seitentür hat der Umweltausschuss die umstrittene Biogasanlage an der A 7 in Großburgwedel zu Grabe getragen. Sie wird nicht mehr benötigt: Im Blockheizkraftwerk am Schulzentrum sollen Wärme und Strom jetzt mit Erd- statt Biogas erzeugt werden.

Voriger Artikel
Lehrter errichten sieben baugleiche Häuser
Nächster Artikel
Kein Votum zu autofreier Fußgängerzone

Symbolbild: An der A 7 bei Großburgwedel wird keine Biogasanlage mehr benötigt. Das Blockheizkraftwerk für das Schulzentrum soll mit Erdgas betrieben werden.

Quelle: Heimatzeitungen

Burgwedel. Kein Wunder, dass Burgwedels Politiker den Zahlen erlegen waren, die ihnen 2012 ein Gutachter präsentiert hatte: Für die Beheizung von Schulzentrum samt Sporthallen und Freibad sollte die klimafreundlichste Variante auch die preiswerteste sein. Rohbiogas in Kombination mit dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) - das waren die Zauberworte, um jährlich 300.000 Euro einzusparen und das fern geglaubte Einsparziel für Kohlendioxid sofort zu erreichen. Aber nun ist dieser Traum ausgeträumt, der Ausschuss für Gebäude, Umwelt und Städtebau (GUS) hat sich am Donnerstagabend für den fossilen Energieträger Erdgas und damit indirekt gegen die geplante Biogasanlage entschieden. Mühlenfeld-Anwohner, die den Standort südlich des Trakehner-Gestüts ablehnen, können trotzdem noch nicht aufatmen, dazu muss das Bauleitplanverfahren erst ad acta gelegt sein. Noch verhandelt die Stadt mit Investoren, die dort eine 750-kw-Anlage errichten wollen.

Den erneuerbaren Energieträger Rohbiogas können sie aber erst frühestens Ende 2015 liefern - und büßen dadurch als Lieferant für das BHKW ihren Preisvorteil ein. Warum, erklärte die Stadtverwaltung so: Würden die Verträge über die Einspeisung des mit Biogas erzeugten Stroms nicht 2014 geschlossen, werde die bisher kalkulierte Vergütung um 125.000 Euro jährlich verfehlt. Und mit weiteren Absenkungen der EEG-Tarife sei zu rechnen, warnte Biogas-Bauer und Ratsherr Christian Büchtmann (CDU) mit Blick auf die rot-schwarzen Koalitionsverhandlungen in Berlin. So votierte der GUS-Ausschuss für Erdgas. Bei jährlichen Betriebskosten von 242.400 Euro hatte ein mit Erdgas betriebenes BHKW laut Gutachten bisher als zweitgünstigste Alternative gegolten, unter den aktuellen Rahmenbedingungen soll es nun aber um 60.000 Euro jährlich preiswerter sein als beim Einsatz von Biogas oder Bioerdgas, das Peter Böer (Grüne) ins Gespräch gebracht hatte.

Die vom designierten rot-grünen Bürgermeisterkandidaten Axel Düker (SPD) aufgeworfene Frage, ob die Stadt sich 60.000 Euro pro Jahr für das Klima leisten wolle, wurde mit einem schwarz-roten Nein beantwortet. Böer und Heinz Schröder (WEB) enthielten sich. Der Unterschied fürs Klima drückt sich in circa 2100 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr pro aus: Ein Biogas-BHKW hätte laut Gutachten eine „negative Kohlendioxid-Emission“ von 1449 Jahrestonnen zur Folge, das wäre eine Reduktion aller Kohlendioxid-Emissionen der städtischen Liegenschaften um zwei Drittel. Beim BHKW-Betrieb mit Erdgas sei mit 669 Jahrestonnen Kohlendioxid zu rechnen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten