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Betriebe wollen auf Schulen zugehen

Großburgwedel Betriebe wollen auf Schulen zugehen

Um in Zeiten des demografischen Wandels den Nachwuchs für ihre Betriebe zu sichern, wollen sich Burgwedeler Unternehmen mit den Schulen vernetzen – so vereinbart am Dienstagmorgen beim dritten Ausbilderfrühstück.

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Jürgen Hansen von der Wirtschaftsförderung der Region Hannover spricht beim Ausbilder-Frühstück Burgwedel.

Quelle: Frank Walter

Großburgwedel. "Die Situation wird nicht leichter – wenn das alle erkannt haben, ist schon viel gewonnen“, sagt Jürgen Hansen von der Wirtschaftsförderung der Region Hannover. Die "Situation“ hatte er seinen mehr als ein Dutzend Gesprächspartnern gerade beim dritten Ausbilder-Frühstück in Burgwedel vorgestellt.

Laut einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer hatte im Jahr 2015 bundesweit fast ein Drittel der befragten Betriebe nicht alle Ausbildungsplätze besetzen können – was allerdings nicht allein am demografischen Wandel mit geburtenschwächeren Jahrgängen liegt. Längst streben mehr Schulabgänger ins Studium als ins duale Ausbildungssystem. Jeder Vierte bricht seine Ausbildung während oder nach der Probezeit ab, wobei die Zahlen je nach Branche höchst unterschiedlich aussehen – im Handwerk liegt die Abbrecher-Quote bei rund 33 Prozent, im öffentlichen Dienst nur bei knapp 6 Prozent.

"Oft sind unklare Berufsvorstellungen der Grund“, sagte Hansen und warb dafür, das Instrument des Praktikums mehr zu nutzen. Wenn der Praktikant dann allerdings zwei Wochen lang nur die Halle fege, "dann geht das rum. Der Flurfunk in den Schulen funktioniert.“ Gleichzeitig gelte es, das Marketing für die eigenen Ausbildungsplätze zu verbessern – "das ist noch nicht bei allen Betrieben angekommen“, so Hansen.

Wie die Burgwedeler Unternehmen dabei mit den örtlichen Schulen kooperieren können, das wollen die Ausbilder bei einem für Februar angedachten Treffen gern von den zuständigen Lehrern erfahren. Eine Ausbildungsplatz-Messe, die einige Betriebe mal an der Berkhopstraße organisiert hätten, habe "null Resonanz“ erbracht, berichtete eine Frühstücksteilnehmerin. "Die Schüler kommen nicht zu Ihnen. Sie müssen zu denen kommen“, warf ein anderer Ausbilder ein. Vielleicht könnten Burgwedeler Unternehmen aber ja auch eine Betriebsbesichtigung-Tour organisieren, um den Schülern die Ausbildungsangebote vor Ort nahezubringen, schlug Referent Hansen vor.

Dass es nach der Ausbildung auch darum gehen müsse, die Mitarbeiter im Unternehmen zu halten, machte beim dritten Ausbilder-Frühstück Gastgeber Thorsten Langenberger, Leiter des Personalwesens bei der Thuasne Deutschland GmbH, deutlich. "Massagen, Obstteller, Krökeltisch – die Mitarbeiter wollen sich wohlfühlen.“ Ein höherer Verdienst hingegen ist laut Hansen kaum geeignet, Mitarbeiter langfristig ans Unternehmen zu binden. "Mehr Geld motiviert maximal sechs bis zwölf Monate lang“, zitierte er das Ergebnis einer Studie.

Von Frank Walter

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