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Azubi-Talk findet wenig Resonanz

Großburgwedel Azubi-Talk findet wenig Resonanz

Azubi-Talk? Klingt jung, hat beim Wunschzielpublikum aber nur wenig Resonanz gefunden. Für alle unter 25, die das neue Gesprächsangebot von Agentur für Arbeit und Wirtschaft am Donnerstag nutzten, hat sich das gelohnt.

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Johanna Kohnert (links) informiert sich am Stand des Hotels Kokenhof. Azubi Tim Block (Mitte) ermutigt sie zu einer Bewerbung.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. So war’s gedacht: Wer seinen Ausbildungsplatz noch sucht, kann sich locker über den Stehtisch hinweg mit Vertretern von 15 Firmen aus der Region schlaumachen, was der Lehrstellenmarkt so hergibt. Gut 500 Schüler aller weiterführenden Schulen in Burgwedel, Isernhagen und der Wedemark hatte Berufsberaterin Brigitte Becker schriftlich eingeladen.

Aber vor dem Hintergrund geburtenschwacher Jahrgänge sowie des Trends zu höherwertigen Schulabschlüssen und Uni sind längst die Bewerber und nicht die Lehrstellen Mangelware - besonders im Norden der Region, wo im Herbst 20 Prozent der 651 gemeldeten Ausbildungsplätze unbesetzt, aber nur sechs Bewerber ohne Stelle geblieben sind.

Dass sich am unterrichtsfreien Donnerstagnachmittag nur wenige in den Euro-Schulen im Gewerbegebiet Großburgwedel einfanden, gab Wissbegierigen wie Johanna Kohnert die Chance, Informationen en gros aus erster Hand zu bunkern. Eine Ausbildung als Rechtsanwalts- und Notargehilfin hat die Großburgwedelerin abgebrochen: „Zu bürolastig.“ Nun klappert sie auf der Suche nach Alternativen selbstbewusst die Stehtische ab. „Was haben Sie denn zu bieten?“ Bei den Vertretern vom Hotel Kokenhof hört die 17-Jährige genau hin, was es mit der Ausbildung zur Köchin, zur Hotel- und zur Restaurantfachfrau auf sich hat. „Ein Beruf, der viel abverlangt, aber viel Spaß macht“, erfährt sie vom Kokenhof-Azubi Tim Block (23) quasi auf Augenhöhe. Akribie und Detailwissen seien gefragt - und eine kommunikative Ader.

Diese beweist Johanna auch am Stand der Firma Steinlen Elektromaschinenbau, die ihren technischen und kaufmännischen Nachwuchs gern selbst ausbildet. Wer ganz ohne Vorinformationen zum Bewerbungsgespräch komme, könne sofort wieder gehen, verrät Andrea Thun von der Personalabteilung. Gleichwohl „ist fragen immer gut“. Wer bei der Feuerwehr ist oder vom Bauernhof kommt, hat bei Steinlen gute Karten.

Gummibärchen und Gebäck helfen bei der Anbahnung der ersten Kontakte. Wer wie Johanna Firmenvisitenkarten eingesammelt hat, kann in den nächsten Wochen ein Praktikum oder sogar eine Ausbildung mit Anschlussarbeitsplatz daraus machen.

Der Azubi-Talk war ein Testballon. Dezentral am unterrrichtsfreien Nachmittag - das habe sich nicht ganz bewährt, räumt Personalvermittler Jochen Schmid ein.

Von Martin Lauber

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