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Bäcker zieht die Reißleine

Großburgwedel Bäcker zieht die Reißleine

Mit der kurzfristigen Schließung ihrer unrentablen Bäckereifiliale im Von-Alten-Karree hat die Hildesheimer Stadtbäckerei Engelke GmbH sogar ihren Vermieter überrascht - und „enttäuscht“. Die Kind Immobilien GmbH sucht nun dringend nach einem neuen Gastrobetrieb. Schwächelt das Karree?

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Verwaiste Außentische bei strahlendem Sonnenschein: Der Leerstand nach der Schließung der Bäckerei ist ein Albtraum für den Vermieter.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Alle Türen zur Bäckerei waren geschlossen, das Gitter zum angrenzenden Wurstbasar blieb am Montag unten. „Wir haben es auch erst am Samstag erfahren“, erklärte dort am Mittag die Verkäuferin einem verwunderten Kunden. Plakate mit der Ankündigung der Schließung zum 3. August hingen erst seit Sonnabend im Engelke-Fenster - mit der Bitte um Verständnis.

Verständnis klingt anders als der Tenor der Stellungnahme René Wolferts zum wenig werbewirksamen Leerstand: Der Geschäftsführer von Martin Kinds Immobilienfirma findet es „enttäuschend“, dass Engelke kurzfristig „die Reißleine gezogen“ habe. Wolfert erlaubt keinen Zweifel am „Premiumstandort“, obwohl er einräumen muss, auch bei weiteren Mietern von Abwanderungsplänen gehört zu haben. Der Geschäftskomplex sei liebevoll und aufwendig gestaltet, die Miete (unter 13 Euro pro Meter) günstig.

Engelke - die Firma betreibt 36 Filialen - war bereits der dritte Bäcker im Von-Alten-Karree seit dessen Eröffnung 2007. Erstbezieher Mövenpick überließ sein Brotkörbli fünf Jahre später der Firma Naturbackhaus. Nach deren Insolvenz zog Engelke im Herbst 2013 mit einem Fünf-Jahres-Mietvertrag ein, der eine Ausstiegsklausel für den Fall von Unrentabilität enthielt. „Die nötigen Umsätze waren dort nicht zu schaffen, obwohl wir die Öffnungszeiten schon reduziert hatten“, sagt Engelke-Vertriebschef Frank Essensohn. Im Geschäft am alten Markt, ebenfalls in Großburgwedel, mache man den siebenfachen Umsatz.

Sehr gut waren nach Aussage von Essensohn nur die Wochenmarkt-Donnerstage. Ansonsten fehlten im umgebenden Einzelhandelsangebot besondere Magneten. Auch sei die Parkplatzsituation schwierig - eine Einschätzung, die Karlheinz Schridde teilt. Es müsse zu viel rangiert werden, meint der Sprecher der Interessengemeinschaft der Großburgwedeler Kaufleute (IGK), der einen Durchstich zur Dr.-Albert-Straße für hilfreich hält.

René Wolfert schaut indes nach vorne. Mit zwei Interessenten gebe es Gespräche. Seine Idealbesetzung für die jetzt leer stehende Bäckerei entspricht dem, was bei früheren NHZ-Umfragen Geschäftsleute im Karree gewünscht hatten: ein „mit Hingabe geführtes“ Café, das auch am Wochenende die Außenbewirtschaftung nutzt, ein italienisches Bistro mit exklusiven Snacks oder ein Antiquitätencafé.

Martin Lauber

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