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Bahlos Abberufung war "vertretbar"

Großburgwedel Bahlos Abberufung war "vertretbar"

Jetzt haben es beide Streitparteien von der Stiftungsaufsicht schriftlich: Es sei „vertretbar“, dass der Vorstand der General-Wöhler-Stiftung seinen stellvertretenden Vorsitzenden, Otto Bahlo, im Mai abberufen hat.

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Vertrauensverhältnis zerstört: Jürgen Veth (links), Vorstandsvorsitzender der General-Wöhler-Stiftung, und Otto Bahlo, bis Mai sein Stellvertreter.

Quelle: Archiv

Großburgwedel. Dem Behördenschreiben aus Hildesheim lag eine amtliche Vertretungsbescheinigung bei für den aktuellen Vorstand, in dem der Großburgwedeler Versicherungskaufmann Mattias Semmerling Bahlo ersetzt hat. Die Stiftung kann somit wieder auf rechtssicherer Grundlage arbeiten.

Interna öffentlich gemacht

„Wenn die Stiftungsaufsicht mir das auf meine Anfrage hin vor fünf Monaten direkt mitgeteilt hätte, hätte ich nichts gesagt und wäre stillschweigend zurückgetreten“, sagte Bahlo auf Anfrage. An seiner sowohl gegenüber der Aufsicht wie auch öffentlich geäußerten Kritik an mangelnder Transparenz sowie an der Zahlung einer monatlichen 400-Euro-Entschädigung für den Vorstandsvorsitzenden Jürgen Veth hält Bahlo indes weiter fest.

Großburgwedels früherer Ortsbürgermeister war schon länger völlig isoliert im Vorstand der Wöhler-Stiftung. In seiner Stellungnahme an die Stiftungsaufsicht rechtfertigte der Vorstand Bahlos Abberufung unter anderem damit, dass eine weitere Zusammenarbeit nicht möglich und das Vertrauensverhältnis zerstört sei – unter anderem wegen dessen fortwährender Kritik an Beschlüssen, seiner Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Satzung und mangelnder Bereitschaft, Zugeständnisse zu machen oder zu einer Deeskalation beizutragen.

Für die Stiftungsaufsicht, die beim Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser angesiedelt ist, fällt aber etwas anderes weitaus schwerer ins Gewicht, um die Abberufung Bahlos zu rechtfertigen: dass er interne Vorgänge der Stiftung öffentlich gemacht habe. „Die Treuepflicht der Stiftungsorgane gilt nach unserer Auffassung auch über das Bestehen einer Mitgliedschaft in einem Stiftungsorgan hinaus“, heißt es im Schreiben der Stiftungsaufsicht.

Geschäftsführung preiswerter

Henry Braunwarth war – testamentarisch von General Otto Wöhler dazu bestimmt – erster Vorsitzender der Stiftung – 27 Jahre lang bis 2013. Nach seiner Auffassung läuft die Kritik an der Geschäftsführungspauschale – die Heimatstube führt Veth ehrenamtlich – ins Leere. Während seiner Amtszeit habe er selbst das Gros dieser Arbeit an eine Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsfirma vergeben, sagt Braunwarth. „Veth hat alles übernommen. Das ist ein erhebliches Paket, mit dem man ständig zu tun hat.“ Für die Stiftung sei die Lösung preiswerter als vorher.

Zudem: Würde sich sein Nachfolger nicht intensiv um das Anlagegeschäft kümmern – „Mit ihm sind wir mehr ins Risiko gegangen“ – würde das Stiftungsvermögen keine Erträge mehr abwerfen. Ohne Veths erfolgreiche Arbeit „hätten wir unsere Hilfstätigkeit weitgehend einschränken müssen“. Das wäre sehr bedauerlich, findet der 89-Jährige: „Die Stiftung ist ein Faktor in der Sozialarbeit dieser Stadt – und für manchen sogar die letzte Rettung.“

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