Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Bauland wird zu Geld gemacht

Burgwedel Bauland wird zu Geld gemacht

Einmal-Effekt: Mit dem Erlös aus dem Verkauf von Wohnbau- und Gewerbeland will die Stadt Burgwedel das 5,6-Millionen-Euro-Defizit im Ergebnishaushalt ausgleichen und gleichzeitig noch ihre Millionen-Rücklage aufstocken. Für Bürger und Betriebe soll zunächst nichts teurer werden – außer der Hundesteuer.

Voriger Artikel
Viele Blumen für Andrea Halden
Nächster Artikel
"Och komm’ - nur einmal kurz gucken"

Bürgermeister Axel Düker (Mitte) und Finanzausschussvorsitzender Heinrich Neddermeyer (rechts) lauschen Kämmerer Christian Möhring, der vor den Mitgliedern des Finanzausschusses und aller Ortsräte das Prozedere der weiteren Haushaltsberatungen erklärt.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Papier ist geduldig, das gilt auch für die mehr als 450 Seiten der Haushaltssatzung 2016.Viele Zahlen seien noch mit Unsicherheiten behaftet, so dass nächstes Jahr ein Nachtragsetat erforderlich werden könnte, ließ Bürgermeister Axel Düker am Donnerstag bei der Einbringung durchblicken.

Genau beziffern lasse sich unter anderem noch nicht, wie sich die Kosten für geplante Flüchtlingsunterkünfte - teilweise in Partnerschaft mit privaten Bauherrn - tatsächlich entwickeln werden. Oder ob die Vermarktung von Grundstücken am Pöttcherteich südlich von Kleinburgwedel sowie im Gewerbegebiet VII hinter Rossmann die einkalkulierten 11,9 Millionen Euro schon 2016 in die Kasse spülen wird.

Drei weitere Beträge in ähnlicher Höhe prägen ebenfalls den Haushalt. Bei den Gewerbesteuern erwartet die Stadt 13,5 Millionen Euro Einnahmen. Das ist weit weniger als in den Rekordjahren 2013 und 2014, aber eine Million Euro mehr, als sich für dieses Jahr abzeichnet. Die moderateren Einnahmen haben einen Vorteil: Die Regionsumlage sinkt gegenüber 2015 um 3,6 auf 11,4 Millionen Euro und ist mithin nicht mehr der größte Ausgabeposten.

Die Ausgabe-Poleposition übernehmen - nach 10-prozentiger Steigerung - die Personalkosten mit 13,8 Millionen Euro. Hier schlagen nicht nur die erstreikte höhere Bezahlung im Sozial- und Erziehungsdienst sowie ein für 2016 erwartetes Gehaltsplus von 3,5 Prozent zu Buche. Auch zusätzliche Stellen, unter anderem in den Kitas Wettmar und Fuhrberg, fürs Ordnungs- und im Sozialamt für die Flüchtlingsbetreuung sowie für einen Architekten, der sich um die vielfältigen Schulbauprojekte kümmert, zählen dazu.

Unter dem Strich weist der Ergebnishaushalt eine Deckungslücke von circa 5,8 Millionen Euro (nach 7,6 Millionen Euro in diesem Jahr) aus. Ausgeglichen wird das Defizit erneut aus der Überschussrücklage. Ohne die geplanten Grundstückserlöse würde diese langsam gen null schwinden. So aber geht die Verwaltung davon aus, dass der Liquiditätsstand - sprich Erspartes plus durch Beschlüsse gebundenes, aber noch nicht ausgegebenes Geld - am Ende des Jahres 2016 rund 17,5 Millionen Euro betragen wird.

Bei den für 2016 vorgeschlagenen Investitionen in Höhe von 7,4 Millionen Euro hat sich die Verwaltung auf die Wünsche aus der Politik beschränkt. Die größten Posten sind 2,8 Millionen Euro für den Erwerb von Wohnbauland in Groß- und Kleinburgwedel, 2 Millionen Euro für die Erschließung im Gewerbegebiet VII und am Pöttcherteich, 1,35 Millionen Euro für Mensa und Hortumbau an der Grundschule Wettmar. Für die Erweiterung der Grundschule Fuhrberg sind Planungskosten vorgesehen. Die Ausgaben für Kanal- und Straßensanierung (2,35 Millionen Euro) hat Kämmerer Christian Möhring nicht als Investitionen, sondern als Unterhaltungsmaßnahmen verbucht.

Am Ende seiner Haushaltsrede gab sich Bürgermeister Düker überzeugt, dass die hohen Ausgaben für die Erhaltung der Infrastruktur dem Wohn- und Gewerbestandort Burgwedel zugutekommen werden. Auf den Vorschlag, die Gewerbesteuer zu erhöhen, habe er diesmal verzichtet in der Hoffnung, dass sich das Steueraufkommen durch Neuansiedlungen „über die Masse erhöhen“ wird. Um den Weg in die Verschuldung zu vermeiden, müsse 2016 trotzdem über Sparpotenziale und Einnahmeverbesserungen diskutiert werden - etwa bei den Kita-Gebühren. Die Hundehalter sollen ihren Beitrag mit um ein Drittel angehobenen Hundesteuern leisten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6smrsrj94lkigslierm
Weihnachtsmarkt-Fans kommen auf ihre Kosten

Fotostrecke Burgwedel: Weihnachtsmarkt-Fans kommen auf ihre Kosten