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Beide Rathäuser lehnen Naturbestattungen ab

Burgwedel/Isernhagen Beide Rathäuser lehnen Naturbestattungen ab

Zu aufwendig und zu teuer: In diesem Punkt sind sich die Rathausverwaltungen aus Burgwedel und Isernhagen einig, wenn es um einen möglichen Ruheforst im Märchenwald geht. Die Politiker sollen diese Meinung teilen – und das Projekt ablehnen.

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Die Verwaltungen in Burgwedel und Isernhagen sind gegen einen Ruheforst.

Quelle: dpa/Symbolfoto

Burgwedel. Die beiden Verwaltungsvorlagen sind deutlich: Nach mehreren Sondierungsgesprächen rund um die Einrichtung eines Ruheforstes im 14 Hektar großen Märchenwald – der zu zwei Dritteln auf Isernhagener und zu einem Drittel auf Burgwedeler Gebiet liegt – ist man sich einig, dass dieses Vorhaben nicht realisiert werden sollte. Für 99 Jahre müssten Burgwedel und Isernhagen die Waldfläche von der Pestalozzi-Stiftung als Eigentümerin pachten – und mit geschätzten 5000 Euro pro Jahr für Instandhaltung und Verkehrssicherheit sorgen. Die Landwirtschaftskammer schätzt die Kosten, um zunächst drei Hektar für Bestattungen herzurichten, auf 50.000 Euro. Die Kommunen dürften mit 40 bis 50 Prozent der Einnahmen rechnen – die Kammer stellt jedoch nur einen Erlös von 2000 Euro pro Hektar und Jahr in Aussicht. Davon wiederum müsste die Pacht für die Flächen und Wege – diese gehören dem Realverband Großburgwedel – bezahlt werden

Viel schwerwiegender als die Kosten ist für die Verwaltungen aber der Aufwand, den ein Ruheforst im Märchenwald mit sich brächte: Die Fläche müsste politisch erst einmal in einen Friedhof umgewidmet werden, eine entsprechende Satzung braucht es ebenfalls. Zudem müssten die Kommunen eine wirtschaftliche GmbH gründen, um den Betrieb des Bestattungswaldes, der umsatzsteuerpflichtig ist, als kommunaler Träger leisten zu können. Die Pestalozzi-Stiftung und der Realverband, so viel steht bereits fest, könnten nicht als Träger fungieren. Behördliche Genehmigungen müssten eingeholt, Biotope vermessen, Park- und Andachtsplätze sowie eine Beschilderung geschaffen werden. „Nach Einschätzung der Verwaltung übersteigt der Gesamtaufwand die Vorteile“, heißt es aus dem Burgwedeler Rathaus. Zumal auf den kommunalen Friedhöfen mit Urnengräbern an Bäumen vergleichbare Formen mit besserer Infrastruktur bereits vorhanden seien.

In Isernhagen empfiehlt die Verwaltung ebenfalls, unter anderem aufgrund der „vergleichsweise geringen Einnahmen im Verhältnis zu dem Risiko einer Vertragsbindung für 99 Jahre, keinen Bestattungswald einzurichten“. Sie räumt aber ein, dass mit Blick auf die Beisetzungen im Gemeindegebiet ein Trend zu pflegeleichten Grabformen abzulesen sei. Nach der öffentlichen Debatte in diesem Frühjahr hätten sich zudem Bürger im Rathaus gemeldet und ihr Interesse an einem Bestattungswald bekundet. Jetzt muss die Politik entscheiden.

Beratung in den Gremien

Die Politiker sprechen über die Vorlagen der Verwaltungen in der nächsten Woche. Der Burgwedeler Planungs- und Tiefbauausschuss trifft sich am Dienstag, 29. September, um 18.30 Uhr im Amtshof. Bürger können zum Thema am Ende der Sitzung ihre Fragen stellen.

Das Isernhagener Pendant - der Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss - tagt am Mittwoch, 30. September, ab 18.30 Uhr in der Buhrschen Stiftung, Am Ortfelde 74 in N.B. Das Thema Naturbestattungen ist Punkt 26 auf einer langen Tagesordnung. Wer allerdings Fragen dazu hat, sollte pünktlich sein: In der Gemeinde gibt es die Einwohnerfragestunde stets zu Beginn der Sitzung.

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