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Benjamin Schmid kann’s nicht lassen

Burgwedel Benjamin Schmid kann’s nicht lassen

Benjamin Schmid, Weltklasse-Geiger aus Salzburg, hat am Mittwochabend mit seinem Jazz-Trio den Burgwedeler Amtshof gefüllt.

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Das Benjamin Schmid Jazz Trio begeistert die Zuhörer im Amtshof in Großburgwedel.

Quelle: Jürgen Zimmer

Großburgwedel. Die einen sagen, man darf, die anderen, man darf nicht. Der kürzlich verstorbene Roger Willemsen sagte: „Jazz, Klassik, Pop, egal; Hauptsache begeisternd“. Am Mittwochabend war im Rahmen des Kulturellen Frühling der Stadt Burgwedel ein solch begeisterndes Musik-Genre zu bewundern, auch, weil es mit ganz viel sicht- und hörbarem Herzblut gespielt wurde. Das Jazz Trio um Benjamin Schmid war mit seinem Programm „Classik Impro“ zu Gast und füllte den Amtshof bis auf wenige Plätze.

Die überwiegend eigenen Kompositionen und die klassischen Interpretationen des Trios sind in einer eigenen Liga angesiedelt. Da war dieser besondere Ton, den Schmid mit seiner Geige dem erst erwartungsvollen und dann begeisterten Publikum ins Ohr legte. Da geht es um Nuancen, wie bei der Gestaltung einer Skulptur wird da um Vollendung gefeilt. Auch Schmids hochklassige Mitspieler sollen nicht vergessen werden. Während Komponist und Bassist George Breinschmid eine zentrale Rolle im Spiel und in der Conference einnahm, konnte sich Pianist Antoni Donchev mit seinen Soli „Mish Mash“ und „Spring“ künstlerisch in Szene setzen

Der Grenzgang zwischen Klassik und Jazz ist schwer. Jedes der beiden Genres würde für ein Musikerleben ausreichen. Wenn man dabei bedenkt, wie eng Schmids zeitlicher Rahmen für seine Jazz-Ausflüge ist, um eine Karriere zwischen der Professur im Mozarteum, internationalen Konzertpodien, der Meisterklasse in Bern und seiner Familie mit vier Kindern zu führen, muss man seinem freien Spiel größten Respekt zollen. „Ich kann es einfach nicht lassen, es gibt mir so viel“, sagte er, und: „Ich habe verstanden, dass sich diese beiden Kunstformen gegenseitig inspirieren können und empfinde es heute als Privileg, Zugang zu beiden zu haben“.

Der in Salzburg lebende Weltklasse-Geiger Schmid spielt auf einer Stradivari von 1731 der Donald Kahn Stiftung. Er wurde 2015 mit seinem Album „Hot Club Jazz“ in die Bestenliste des Preises der Deutschen Schallplattenkritik aufgenommen.

Von Jürgen Zimmer

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