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Betrüger muss ins Gefängnis

Isernhagen/Burgwedel Betrüger muss ins Gefängnis

Ein Wasserbett für 5000 Euro trotz leeren Kontos bestellt, es aber nie bezahlt: Für diesen Betrug muss ein Hannoveraner jetzt ins Gefängnis. Nicht zuletzt, weil er bereits jede Menge Gerichtserfahrung hat.

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ARCHIV - Eine Justitia-Statue hält am, 19.07.2012 in Ulm vor dem Landgericht eine Waage. Foto: Stefan Puchner/dpa (zu lsw «Fauler Richter oder Vorkämpfer für die Justiz?» vom 14.02.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Quelle: Symbolbild

Burgwedel. „Sie sind wirklich der typische Betrüger. Sie reden so lange, bis man Ihnen glaubt. Nur: Bei Richtern funktioniert diese Masche nicht.“ Das machte Burgwedels Amtsrichter Michael Siebrecht in seiner Urteilsbegründung gestern deutlich. Auch der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer nichts Gutes am Angeklagten finden können: „Sie verstricken sich nur in allgemeine Ausflüchte. Das ist heiße Luft.“

Der 48-Jährige Hannoveraner hatte in der Tat mehre Argumente dafür vorgebracht, warum sein Wasserbetten-Kauf am Valentinstag 2015 nicht als Betrug gelten dürfe. Er sei damals durchaus liquide gewesen - aber die Verkäuferin habe einfach nicht gewollt, dass er das 5000 Euro teure Bett direkt vor Ort bezahlt. Als es Wochen später dann geliefert wurde, war das Konto des Mannes leer - eine ausgefüllte Überweisung, die er dem Isernhagener Bettenlieferanten als Beweis für seine Zahlungsmoral unter die Nase hielt, platzte einen Tag später.

Die Verkäuferin bestritt im Zeugenstand, dass die Zahlung direkt beim Kauf nicht möglich gewesen wäre: „Welches Geschäft würde so etwas schon ablehnen?“

Die Ausflüchte des Angeklagten reichten von zu erwartenden Erbschaften über Zahlungen, die der selbstständige Unternehmer zur Zeit der Bettenlieferung noch von Kunden erwartet hatte und weswegen er damals „sicher nicht betrügen wollte“. Ganz im Gegenteil: „Ich weiß, dass man nichts kauft, wenn man kein Geld hat“, beteuerte der Angeklagte - „ich war überzeugt, das Geld würde auf meinem Konto sein.“

„Rechnungen lassen sich aber nicht mit Hoffnung bezahlen“, betonte der Staatsanwalt. Auch der Amtsrichter schenkte den Erzählungen des Mannes keinen Glauben. Nicht zuletzt, weil der 48-Jährige nicht eine seiner Aussagen belegen konnte. „Sie sind doch wirklich gerichtserfahren“, betonte Siebrecht. Drei einschlägige Verurteilungen hatte der Mann seit 2008 schon kassiert - die letzte wegen 63-fachen schweren Betrugs zu zwei Jahren und zehn Monaten. „Und nur elf Monate nach Ihrer Entlassung haben Sie schon wieder betrogen“, hielt Siebrecht ihm vor. „Bei so einem Verhalten denke ich nicht an Bewährung“. Das Urteil: ein Jahr Gefängnis.

Der Angeklagte blieb bis zuletzt bei seinen Ausführungen. „Das Schlimme ist, ich bin sogar überzeugt, dass Sie das wirklich glauben“, resümierte der Staatsanwalt.

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