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Bewährung für Unfallfahrer

Burgwedel Bewährung für Unfallfahrer

Zwei Menschen sind im April 2015 bei einem Unfall auf der A 352 in ihrem Wohnmobil gestorben. Nun ist ein 55-jähriger Lastwagenfahrer vom Amtsgericht wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden.

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Bei dem Unfall auf der A 352 waren zwei Menschen im Wohnmobil ums Leben gekommen.

Quelle: Uwe Dillenberg (Archiv)

Burgwedel. Die schrecklichen Bilder der Unfallstelle gehen allen Beteiligten nicht mehr aus dem Kopf. Bei dem Auffahrunfall in der Nähe des Dreiecks Hannover-Nord wurde ein Wohnmobil zwischen zwei Lastwagen förmlich zusammengestaucht. Die beiden Insassen, ein Paar aus Finnland, waren sofort tot.

Diese Tragödie hätte nach Ansicht von Richter Michael Siebrecht verhindert werden können. In seiner Urteilsverkündung betonte er, dass vermutlich ein „Minimum an Aufmerksamkeit“ des Unfallverursachers ausgereicht hätte. Der 55-jährige Berufsfahrer war - wie ein Sachverständiger an der Unfallstelle herausgefunden hat - nahezu ungebremst mit etwa 85 Stundenkilometern in das vor ihm stehende Wohnmobil gerast. Die Opfer hätten keine Chance gehabt, sagte Siebrecht, obwohl sie „0,0 Schuld an dem Geschehen“ hatten.

Das bestätigte ein weiterer an dem Unfall beteiligter Lastwagenfahrer. Er berichtete, dass am 10. April auf der geraden Strecke klare Sicht geherrscht habe. Der drohende Stau sei frühzeitig zu erkennen gewesen, weswegen er und der Fahrer des Wohnmobils hinter ihm die Warnblinkanlage angeschaltet hätten. Sekunden später habe er ein kurzes Quietschen und dann einen ungeheuer lauten Knall wahrgenommen.

Der Angeklagte selbst sagte, dass er sich nicht mehr an diese entscheidenden Szenen erinnern kann. Er sei erst im Krankenhaus wieder zu sich gekommen. Dennoch entschuldigte er sich mit gesenktem Blick und tränenerstickter Stimme.

Trotz der erkennbaren Reue hielt Richter Siebrecht eine Geldstrafe, die die Staatsanwältin gefordert hatte, für nicht ausreichend. Das Verhalten des Unfallverursachers sei grob fahrlässig gewesen. Ein Blick ins Straßenverkehrsregister zeigte, dass der 55-Jährige aus vergangenen Verfehlungen keine Lehren gezogen hat. So musste er schon mehrfach wegen mangelnden Abstands und überhöhter Geschwindigkeit Strafen bezahlen. Auch beim Telefonieren am Steuer und bei einer Unfallflucht war er bereits erwischt worden.

Über die Bewährungsstrafe hinaus muss der Verurteilte 5000 Euro an die Kindernothilfe zahlen, und er erhält ein dreimonatiges Fahrverbot.

Von Gerko Naumann

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