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Bewährungsstrafe für Einbruch in Spargelbude

Isernhagen Bewährungsstrafe für Einbruch in Spargelbude

Wegen eines Einbruchs in eine Spargelbude, bei dem sie nur 5 Euro erbeutet hatten, mussten sich am Donnerstag drei Männer aus Hannover vor dem Amtsgericht Burgwedel verantworten. Trotz einer langen Liste an Vorstrafen erhielten sie Bewährungsstrafen.

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Immer wieder wird in Holzbuden des Fuhrberger Spargelhofs Heuer eingebrochen.

Quelle: privat

Isernhagen/Burgwedel.  Die Spargelsaison endet bekanntlich am Johannistag, das ist der 24. Juni. Derzeit ruhen die Felder der Spargelbauern – bis Ende Februar, dann werden die schwarzen Folien wieder über die Felder gespannt. Dennoch beschäftigte sich am Donnerstag das Amtsgericht Burgwedel mit dem beliebten Stangengemüse.

Drei Angeklagte mussten sich wegen eines Einbruchs in eine Spargelbude des Fuhrberger Spargelbauern Heuer in Isernhagen N.B. vor Gericht verantworten. Alle drei Männer räumten die Tat vor dem Amtsgericht ausführlich und reumütig ein. Die trotz der Vorstrafen positive Sozialprognose des Trios war für die Bewährungsstrafe mit ausschlaggebend.

Einem der Angeklagten, der im vergangenen Frühjahr für die Familie Heuer an einer Bude in Isernhagen N.B. Spargel verkaufte, warf die Anklage vor, seinen Bruder und einen Bekannten über angeblich  liegengebliebene Tageseinnahmen in der Holzbude informiert zu haben. Am 5. Mai habe der Hannoveraner vom Spargelbauern per Mobiltelefon die Mitteilung erhalten, dass die Tageseinnahmen an diesem Tag nicht frühzeitig abgeholt werden könnten. Daraufhin soll der 36-Jährige seinen acht Jahre jüngeren Bruder einen Tipp gegeben haben. Der Bruder und sein ebenfalls 28-jähriger Bekannter sollen sich dann schnell auf den Weg gemacht haben, um das Geld zu stehlen. Weil der Spargelverkäufer die Zahlenkombination des Vorhängeschlosses ebenfalls mitgeliefert hatte, mussten sie nicht einmal die Bude beschädigen.

Dabei erbeuteten sie aber nicht die avisierten Tageseinnahmen, sondern lediglich einen 5-Euro-Schein – und die Polizei ertappte sie auf frischer Tat. Dies war allerdings kein Zufall, die Beamten hatte den jungen Männern eine Falle gestellt. Der Betreiber hatte seinen Mitarbeiter zuvor laut Polizei der Unterschlagung verdächtigt.

Für den jüngeren Bruder kam vor Gericht erschwerend hinzu, dass er bei dem Einbruch ein Pfefferspray mit sich geführt hatte. Das sei Diebstahl mit Waffe, erläuterte Amtsrichter Michael Siebrecht. Er habe nicht extra wegen des Einbruchs das Pfefferspray mitgeführt, sondern trage es immer bei sich, weil er in einem gefährlichen Stadtteil Hannovers wohne, verteidigte sich der 28-Jährige.

Auch wenn die Liste an Vorstrafen bei allen drei Angeklagten bereits lang ist, fiel das Urteil am Ende glimpflich aus: Der ehemalige Mitarbeiter wurde zu vier Monaten auf Bewährung, sein Bruder wegen des Pfeffersprays zu sieben Monaten und dessen Bekannter zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Da alle drei derzeit arbeitslos sind, gab es keine Geldstrafe oben drauf, sondern jeweils 200 Arbeitsstunden in sozialen Einrichtungen. „Ein wenig muss es auch weh tun“, begründete Siebrecht das Urteil. Wegen des langen Vorstrafenregister „habe ich Sie im Auge. Und sollten Sie nochmal Mist bauen, werde ich nicht lange fackeln“. Letztlich seien die sozialen Bindungen aktuell aber stabil, führte er positiv ins Felde.

Kasten

Verkaufsstände für Spargel oder Erdbeeren ziehen immer wieder Diebe an – auch in Isernhagen und Burgwedel gab es schon mehrere Taten. Zumeist werden nur Naturalien gestohlen. „Mit ein bis zwei Einbrüchen pro Jahr haben auch wir zu tun“, sagt Spargelbauer Jörg Heuer. Dann seien die Buden beschädigt und vielleicht auch ein Marmeladenglas weg. Deshalb ist der Fuhrberger Spargelhof dazu übergegangen, die Holzstände abends leer zu verlassen. „Mittlerweile wissen die Einbrecher das auch“, berichtet Heuer, der in der Saison von April bis Juli rund 30 Stände in der Region betreibt.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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