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Für den guten Zweck muss es nicht stürmisch sein

Burgwedel Für den guten Zweck muss es nicht stürmisch sein

Der Schmuck- und Bildersturm der Johanniter hat gar nichts Stürmisches an sich. Es geht ruhig zu im St.-Petri-Gemeindehaus am Sonntagmittag. Das ist aber nicht so, weil die Besucher fehlen – ganz im Gegenteil. Auch in diesem Jahr wird der Kunstmarkt wohl eine hohe Spendensumme einbringen.

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Der Schmuck- und Bildersturm der Johanniter im St.-Petri-Gemeindehaus ist ein voller Erfolg.

Quelle: Carina Bahl

Großburgwedel. Die vielen Besucher schreiten am Sonntagmittag nach dem gelungenen Literaturgottesdienst konzentriert, suchend, teils zärtlich über Rahmen streichelnd, durch die vielen Gänge. Etwas am Rand steht Thorsten Albrecht – Johanniter und Mitorganisator des sozialen Kunstmarktes. „Es funktioniert“, bilanziert er lächelnd. „Gestern um 11 Uhr stand eine Schlange vor der Tür.“ Wie viele Tausend Euro das Wochenende für das Aegidius-Haus für schwerbehinderte Kinder ergeben wird, weiß er nicht. „Aber es ist einfach eine tolle Sache.“

Die Idee, nicht nur Bilder, sondern erstmals auch Schmuck anzubieten, geht auf. Es glitzert und funkelt, was die Johanniterinnen liebevoll auf der Tafel dekoriert haben. Die Besucherinnen probieren an, staunen über die Preise der so individuellen Schmuckstücke – und geben dann gern hier und da noch ein paar Euro obendrauf.

Doch wer ist das? Ein Junge hat sich an den Schmuckstand verirrt. „Ich suche etwas für meine Freundin“, gesteht der 13-Jährige, während er grübelnd eine Schmetterlingsbrosche zwischen den Fingern dreht. Seinen Namen verrät er nicht. „Der steht ja dann in der Zeitung, und dann weiß sie vor ihrem Geburtstag Bescheid.“ Recht hat er.

Das geht so auch nicht. Anders sieht das bei Patrick Jaap aus: Er spricht offen über seinen Kunstmarktbesuch, während er mit Albrecht ein wenig fachsimpelt. „Ich interessiere mich für alte Kupferstiche und war letztes Jahr schon da“, sagt Jaap – und muss noch einmal alle Gänge abgehen, um nichts verpasst zu haben.

Andrea Lang zählt auch zu den Wiederholungstätern: „Wir waren sogar gestern schon hier, aber dieses Bild war es noch nicht“, sagt die Altwarmbüchenerin und lässt ihren Mann das Gemälde einer Thüringer Landschaft ins Licht halten. Den Künstler kennt Lang gut, und bevor ihr das Schätzchen einer wegschnappt, trägt sie es lieber gleich zur Spendenkasse.

„Große Bilder sind gar nicht mehr so beliebt“, überlegt Albrecht derweil. „Die Wohnungen werden ja immer kleiner.“ Die Gemälde im prunkvollen Rahmen finden dennoch ihre Abnehmer. Vielleicht haben noch mehr Leute Tricks wie Lang: „Ich wechsele die Ausstellung in meinem Wohnzimmer regelmäßig“, sagt sie. Aus Platzgründen müsse das so sein – ihr Mann nickt lachend.

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Von Carina Bahl

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