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Biogasanlage soll im Februar anlaufen
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Kleinburgwedel Biogasanlage soll im Februar anlaufen

Nördlich von Kleinburgwedel geht Burgwedels fünfte und größte Biogasanlage in Betrieb. Der gewonnene Strom wird direkt vermarktet. Eine Stromleistung von durchschnittlich 650 Kilowatt soll aus dem neuen 2,7-Millionen-Euro-Kraftwerk an der Heidbergstraße gewonnen werden.

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Die Gesellschafter der Anlage wollen als Direktvermarkter auftreten.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Der Fortschritt macht vor der Biogas-Technologie nicht halt. Eine Stromleistung von durchschnittlich 650 Kilowatt soll das neue 2,7-Millionen-Euro-Kraftwerk an der Heidbergstraße aus den gleichen 12.000 Tonnen Biomasse ziehen, die auch die erst vor wenigen Jahren gebauten 500-kw-Anlagen in Wettmar und Thönse benötigen.

Doch von den vier bestehenden Biogasstandorten im Stadtgebiet unterscheidet das Kleinburgwedeler Projekt mehr als nur der höhere Wirkungsgrad. Nachts oder auch, wenn die Windkraft- und Fotovoltaikanlagen im Lande in großen Mengen Strom ins Netz einspeisen, wird nur einer ihrer beiden 460-kw-Zündstrahlmotoren arbeiten. Unter den weißen Kuppeln auf drei der Betonbecken können bis zu 4500 Kubikmeter Biogas zwischengeparkt werden.

Stromgewinnung während Belastungsspitzen

Sinn dieses Puffers, der die bakterielle Gasproduktion von bis zu 14 Stunden aufnehmen kann, ist, dass möglichst nur dann elektrischer Strom gewonnen wird, wenn er auch wirklich gebraucht wird - während der Belastungsspitzen. Über eine gemeinsame Strombörse der Biogasbetreiber in Düsseldorf wollen die Betreiber - die Landwirte Claus-Dieter Busching, Heiko Pötke, Friedhelm Leisenberg und Stefan Gehrkens - als Direktvermarkter auftreten. An der Börse seien, so erklärt Florian Leisenberg, Geschäftsführer der Kleinburgwedeler Strombauern, höhere Erlöse zu erzielen. Und die würden benötigt, um Boni auszugleichen, die mit der Novellierung des Eneuerbare Energien Gesetzes (EEG) vor einem Jahr weggefallen oder gesenkt worden seien.

„Wir stehen in den Startlöchern“, sagt Busching. Eine Gashaube fehlt noch, letzte Betonarbeiten sollen binnen vier Wochen abgeschlossen sein. Aus anderen Biogasanlagen werden dann Gärreste in den Fermenter am neuen Standort gefahren - inklusive der Bakterien, die bei der Verdauung aus Mais-, Gras- und Ganzpflanzensilage, Gülle und Zuckerrüben Methangas produzieren. Das bei der Verbrennung im Blockheizkraftwerk anfallende Warmwasser soll ein geplantes Fernwärmenetz speisen, an das außer dem Seniorenheim Lindenrieck etwa 30 weitere Haushalte angeschlossen werden sollen.

Für Biogas: Mais auf 120 Hektar

Der Strom aus Fotovoltaik, Windkraft und Biogasanlagen in Burgwedel summiert sich, wenn Kleinburgwedel am Start sein wird, auf eine Leistung von circa 2,5 Megawattstunden pro Jahr – genug, um den Strombedarf von circa 5000 Haushalten zu decken. Den Vorwurf, Biogasanlagen seien verantwortlich für Mais-Monokultur und Lebensmittelvernichtung, lassen die Kleinburgwedeler Strombauern so nicht gelten. „Bis vor wenigen Jahren war es Pflicht, zehn Prozent unserer Flächen stillzulegen“, sagt Claus-Dieter Busching. Für den Anbau von Mais für Biogas würden in Burgwedel 120 Hektar benötigt. Das seien nur vier Prozent der landwirtschaftlichen Flächen im Stadtgebiet. Zudem würden die Gärreste als hochwertiger Dünger bis auf den letzten Kubikmeter auf die Äcker gefahren und ersetzten dort Stickstoff, Phosphat und Kali. Den Kritikern von teurem Öko-Strom empfiehlt Florian Leisenberg, sich einmal mit „versteckten Zuschüssen für Stein- und Braunkohle, besonders aber für Atomkraft“ zu befassen.

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