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Container bekommen massives Versorgungshaus

Fuhrberg Container bekommen massives Versorgungshaus

Am Ende des Fuhrberger Grasbruchwegs ziehen Maurer zurzeit ein massives Versorgungsgebäude hoch. Es gehört zu den 30 Containern, in denen die Stadt Burgwedel im Bedarfsfall bis zu 90 Flüchtlinge unterbringen will. Die Wählergruppe Die Unabhängigen stellt die Rechtmäßigkeit in Frage.

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Jörg Heuer inspiziert die Baufortschritte am Versorgungsgebäude (hinten im Bild). „Hier kommt noch viel Grün hin“, verspricht der Landwirt. 

Quelle: Martin Lauber

Fuhrberg. Zwischen den langen Container-Fluchten und dem 450 Quadratmeter großen Neubau verläuft ein just fertig gepflasterter Weg. Ihn werden die Bewohner der insgesamt 30 jeweils 18 Quadratmeter großer Container-Zimmer überqueren müssen, wenn sie duschen, auf die Toilette oder in den großen Speisesaal wollen. Eine Küche für einen Caterer sowie einen Raum für einen Sozialarbeiter wird das Versorgungsgebäude ebenfalls beherbergen.

Zurzeit sind die Flüchtlingszahlen in Burgwedel jedoch rückläufig. Die von der Stadt für zehn Jahre gepachteten Container gelten als „Plan B“, um im Notfall die Unterbringung in Turnhallen zu vermeiden. Und sie haben gute Aussicht, erst einmal leer zu bleiben.

Gleichwohl wird im Spätherbst alles betriebsbereit sein, erklärt Bauherr, Ratsherr und Landwirt Jörg Heuer, der auf Wunsch der Stadt im Herbst 2015 seine schon fertige Planung einer Containeranlage für seine Erntehelfer erweitert hatte um die 30 Container für Flüchtlinge. „Wir müssen uns hinter keiner vergleichbaren Anlage verstecken“, ist Heuer sicher. Für die Integration sei der Standort vielleicht nicht optimal, aber die Entscheidung habe der Rat aus der Not geboren. „Am Hof hatten wir den Platz nicht.“ Die oft kritisierte lange Laufzeit des Pachtvertrages resultiere aus der zehnjährigen Abschreibung der Investition, so Heuer.

Die Container standen bereits, als die Unabhängigen mit einem Vorstoß, den Vertrag rückgängig zu machen, im vertraulich tagenden Verwaltungsausschuss gescheitert waren. „Um unsere Argumente öffentlich zu machen“, hat die Wählergruppe nun allen Ratsmitgliedern einen Offenen Brief geschickt, in dem sie die Rechtmäßigkeit der „Nutzungsänderung“ der privilegierten Containeranlage im Außenbereich in Frage stellt.

Doch die Stadtverwaltung kontert: Die Region habe die Genehmigung vor dem Hintergrund aller baurechtlichen Fragen für die gesamte Anlage erteilt. Eine Weitervermietung stelle keine Nutzungsänderung dar, „da es unerheblich ist, wer dort untergebracht wird“.

Die Unabhängigen halten indes auch weiter an ihrer Kritik am Standort in unmittelbarer Nähe eines Schweinemaststalls fest – nicht nur wegen des „zeitweise unerträglichen Gestanks“. Moslems unter den Flüchtlingen könnten das „als eine Provokation und eine Verhöhnung ihres Glaubens auffassen“, so Autor Friedrich Wolff.

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