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Polizei geht von Brandstiftung in Zimmerei aus

Feuerwehreinsatz in Burgwedel Polizei geht von Brandstiftung in Zimmerei aus

Wer hat die Fuhrberger Zimmerei angezündet? Die Polizei ist sich sicher, dass das verheerende Feuer in der Nacht zu Montag gelegt wurde. Nach ihrer Schätzungen beläuft sich der Schaden auf mindestens 300.000 Euro.

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Brand in der bekannten Zimmerei: Großeinsatz für die Feuerwehr in Burgwedel.

Quelle: Dillenberg

Fuhrberg. Uns fällt keiner ein, der so böse ist, uns das anzutun. Ich hab’ nie einem Menschen was getan": Mit-Geschäftsführer Frank Töllner betrachtet den Brandanschlag auf die Fuhrberger Zimmerei als persönlichen Angriff auf sein Lebenswerk, das er als junger Mann mit aufgebaut hatte.

Die Feuerwehr ging mit 80 Einsatzkräften gegen den Brand vor. In letzter Minute konnte verhindert werden, dass in dem Gebäude gelagerte Gasflaschen vom Feuer ergriffen wurden.

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Am Montagnachmittag bestätigte die Polizeidirektion Hannover, was Töllner ebenso wie mancher seiner Mitarbeiter und auch die Feuerwehr schon morgens vermutet hatten: Die Brandermittler, die das Gebäude an der Mellendorfer Straße am Montagvormittag untersuchten, gehen von einer vorsätzlichen Brandstiftung aus. Offenbar hatten die Unbekannten an mindestens zwei, möglicherweise auch drei Stellen in der nordwestlichen Gebäudeecke gleichzeitig Feuer gelegt. „Die Stellen sind klar zu lokalisieren", sagt Töllner. Er geht davon aus, dass die Unbekannten dafür brennbare Flüssigkeiten wie einen Kanister mit Universal-Verdünner benutzt haben, den sie im Farblager des Betriebs fanden.

Ein Anwohner hatte gegen 3.15 Uhr den Feuerschein bemerkt und Alarm geschlagen. Als Ralf Eichmann, bei der Zimmerei als Platzmeister beschäftigt und selbst Feuerwehrmann, nur Minuten später als erster vor Ort eintraf, stand das sonst stets verschlossene große Hallentor einen Spalt offen. Nach Töllners Überzeugung müssen die Täter einen dicken Klotz, der als Anschlag für das doppelflügelige Rolltor diente, abgeschraubt haben, ums ins Gebäude zu gelangen. Für die Flucht nutzten sie möglicherweise ein kleineres Tor, das nur von innen zu öffnen ist und angeblich nur angelehnt war, als die ersten Helfer eintrafen. „Die Täter kannten sich aus", ist Töllner überzeugt, der selbst innerhalb von Minuten vor Ort war.

Als die 80 Feuerwehrleute aus Fuhrberg, Groß- und Kleinburgwedel sowie die Drehleiter aus Mellendorf vor Ort eintrafen, schlugen die Flammen bereits aus dem Hallendach. Von zwei Seiten aus bekämpften die Einsatzkräfte stundenlang die Flammen, Ortsbrandmeister Marc Otte sprach von einem guten Zusammenwirken der Kräfte. Erschwert wurden die Löscharbeiten durch die geschalten Decken mit innenliegender Dämmung und die Gefahrstoffe – unter anderem lagerten Gasflaschen und Diesel-Kanister im Gebäude. Bis zum helllichten Tag mussten noch letzte Glutnester gelöscht werden.

Die Polizei, Telefon (05 11) 109 55 55, hofft auf Hinweise.

Von Frank Walter und Michael Zgoll

Die Zimmerei

In Grüppchen standen die Mitarbeiter der Fuhrberger Zimmerei am Montag vor der stark beschädigten Halle am Westrand des Ortes. 1994 als Vier-Mann-Betrieb für klassische Zimmererarbeiten gestartet, beschäftigt der Spezialist für Fachwerkhäuser heute 30 Mitarbeiter. „Die Auftragslage ist sehr gut, wir haben genügend zu tun“, sagte Zimmermeister Frank Töllner, der zusammen mit Horst Kuhlmann und Christian Zeymer als Geschäftsführer fungiert. Schnellstmöglich müsse man den Betrieb jetzt wieder zum Laufen zu kriegen, vor allem die Zeichner müssten wieder arbeiten können. „Ohne die Büros sind wir tot“, so Töllner – ein Nachbar will ab heute für den Übergang mit Platz aushelfen. Die Baustellen sollen heute wieder angefahren, das eigene Dach notdürftig repariert werden. Für Mittwoch hat sich die Versicherung angekündigt. wal 

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