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Brunnen vermeintlich gestohlen

Großburgwedel Brunnen vermeintlich gestohlen

Die Polizei Großburgwedel ermittelt wegen Diebstahls des historischen Sandsteinbrunnens, der jahrzehntelang den Vorplatz der kürzlich geschlossenen Gaststätte Schateke zierte. Dabei hat der Pächter die Antiquität längst verkauft.

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War der Verkauf des Brunnens legitim? Darüber gibt es Streit.

Quelle: privat

Burgwedel. Im zweiteiligen Brunnenring ist ein flaches Relief gut lesbar: „G.B. 1867“. Ob die Initialen für Großburgwedeler Brauerei stehen? Hatten die Sandsteine gar seit 1867 den Brunnen eingefasst, mit dessen Wasser seit dem 15. Jahrhundert Bier gebraut wurde, bis die Brauerei anno 1901 nach einem Großbrand den Betrieb für immer einstellte?

Das alles weiß Heinrich Gremmel, der sein Leben lang in direkter Nachbarschaft wohnt, nicht. Aber er erinnert sich daran, wie die Brunnenteile, wahrscheinlich Anfang der Achtzigerjahre, mit weiterem Bauschutt aus dem Keller unter der ehemaligen Brauerei ausgegraben wurden - etwa dort, wo heute die Tagespflege Schmidtke ihre Räume hat. Die vergangenen mehr als 20 Jahre hatte die gewichtige Antiquität dann zur Zierde vor der Schateke gestanden.

Antje Bannasch, deren Großeltern das frühere Brauerei-Anwesen auf dem Amtshof vor 80 Jahren erworben hatten, ist Verpächterin der Schateke. Nach ihrer Rechtsauffassung ist der Brunnen während der 25 Kneipenjahre nie in den Besitz eines der wechselnden Pächters übergegangen. Nachdem sie vergangene Woche in dieser Zeitung von der Absicht von Pächter Amed Dinc gelesen hatte, den Brunnen wie den Rest des Kneipeninventars verkaufen zu wollen, machte sie ihre Eigentumsrechte schriftlich geltend. Gremmel und ihre Mutter führte sie quasi als Zeitzeugen für ihre Ansprüche auf.

Zu dem Zeitpunkt, als er den Brief erhielt, sei der Brunnen schon verkauft gewesen, sagte Dinc gestern auf Anfrage. Er verweist auf ein früheres Schreiben Bannaschs, nach dem er den Brunnen beim Räumen der Schateke gern zurücklassen „dürfe“. Der Streit um das gute Stück ist aus seiner Sache eher etwas fürs Gericht als für die Polizei.

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