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Bürgermeister: Südlink muss neu geplant werden

Nach Kompromiss im Trassenstreit Bürgermeister: Südlink muss neu geplant werden

Alles zurück auf null bei der Südlink-Planung: Das ist nach dem Erdkabel-Kompromiss der Bundesregierung allgemeiner Tenor bei den Bürgerinitiativen (BI) im Norden der Region. Dass die Windstromautobahn nun hauptsächlich unter der Erde verlaufen soll, daran reklamieren die BI ihren Anteil.

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Quelle: dpa/Symbolbild

Burgwedel/Wedemark/Isernhagen. Der Strategiewechsel sei nicht zuletzt auf das Engagement der BI gegen die Megamasten zurückzuführen, meint Georg Pfeiffer von der Bürgerinitiative Brelinger Berg. Über diesen und durch Resse sollte die Trasse 091 führen. Pfeiffer begrüßt die neue Entwicklung, warnt aber vor verfrühter Euphorie: „Noch ist die Stromtrasse 091 quer durch die Wedemark nicht vom Tisch.“ Die Chancen, dass das passiert, sind nach Auffassung von Helge Zychlinski aber nun recht groß. „Nach der Präferierung von Erdkabel muss entweder stark umgeplant oder die Planung ganz von Neuem begonnen werden“, sagt der Wedemärker Bürgermeister.

Angesichts der neuen Vorgaben aus Berlin sei ein Neustart der Planung „ein Gebot der Logik“, meint Ernst-Otto Thiesing vom Bürgerforum Burgwedel. Kritik an höheren Kosten für einen erdverkabelten Südlink versieht er mit einem Fragezeichen: „Die Leitung soll 100 Jahre halten. Auch wenn sie in der Bauphase teurer würde, gilt das nicht auch für den Betrieb.“

Burgwedels Bürgermeister Axel Düker pflichtet ihm bei. Von vermeintlich höheren Kosten solle man sich nicht abschrecken lassen. Wenn der Vorhabenträger des Südlink, Tennet, die Kommunen diesmal früher in die Planung einbinde und die Menschen in der Region mitnehme, gebe es Chancen auf Akzeptanz für einen überwiegend unterirdischen Südlink.

„Ganz toll“: Das ist die erste Reaktion von Jochen Schrader von der BI Stromtrasse-Isernhagen-vor-Ort auf den Erdkabel-Kompromiss. Kein Wunder: Nach der bisherigen Planung würden 60 bis 80 Meter hohe Strommasten der Wohnbebauung am südlichen Ortsrand von Kirchhorst und Stelle sehr nahe kommen. Wie Thiesing und Zychlinski erwartet Schrader, „dass Tennet jetzt hingeht und sagt: Wo ist für das Erdkabel der sinnvollste Weg?“. Dabei werde ein ganz anderer Trassenverlauf herauskommen, da ist Schrader zuversichtlich.

Als ersten Schritt und Gewinn für die Landschaft begrüßt auch Siegfried Lemke vom Umweltschutzverein Isernhagen den Erdkabel-Kompromiss. Er vertritt aber weiter den Standpunkt, dass es zu einer Windstromautobahn sinnvollere Alternativen gibt.

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