Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Beim Wohnen offen für Neues

Burgwedel Beim Wohnen offen für Neues

„Wie wollen wir wohnen?“: Mit dieser Frage haben sich am Sonnabend 80 Teilnehmer eines Bürgerworkshops im Amtshof beschäftigt und versucht, Antworten zu geben. Ihre Wünsche sollen bei künftigen Bebauungsplänen berücksichtigt werden.

Voriger Artikel
Großes Theater im Gymnasium
Nächster Artikel
Rückkehr zu den politischen Wurzeln

Der Bürgerworkshop zum Thema Wohnen liefert viele Ergebnisse. Zum Schluss stimmen die Teilnehmer darüber ab, welcher Aspekt ihnen am wichtigsten ist.

Quelle: Heine

Großburgwedel. Drei Flächen stellte Burgwedels Stadtplanerin Laura Specovius vor, auf denen neue Wohnformen entstehen könnten. Am weitesten fortgeschritten ist das etwa drei Hektar große Gebiet an der Straße Am Pöttcherteich. Dort sollen im östlichen Teil 25 Einfamilienhäuser mit Grundstücksgrößen von jeweils 500 Quadratmetern entstehen. Was im westlichen Teil gebaut werde, sei dagegen noch offen, erklärte die Stadtplanerin. „Dort gibt es Raum, um neue Wohnideen zu verwirklichen, zumal Bauten über zwei Geschosse möglich sind“, sagte sie. Wünsche aus dem Workshop könnten dort relativ schnell Wirklichkeit werden. Die Vermarktung für diesen Bereich soll laut Specovius 2016 beginnen. Eine weitere fünf Hektar große Fläche, die infrage kommt, befindet sich im Süden Großburgwedels, und zwar westlich der Straße Am Mühlenfeld, zwischen der Straße Hinter den Höfen und der Ortsumgehung. Das Areal sei attraktiv, weil sich das E-Center und das Gymnasium in der Nähe befänden, berichtete Specovius. „Wir möchten gern wissen, wie mögliche Bewohner dort leben wollen. Wie wichtig sind ihnen ein Grünbereich, gemeinschaftliche Einrichtungen oder eine energetische Bauweise? Antworten erhoffen wir uns aus den Workshop-Ergebnissen.“ Das dritte und größte mögliche Neubaugebiet liegt am Ortsausgang Großburgwedels in Richtung Kleinburgwedel. Sollte es verwirklicht werden, so würde sich die Bebauung dort nördlich der Kreisstraße bis an den Feldweg gegenüber dem Friedhof ausdehnen. Für die beiden letztgenannten Areale gibt es bisher nur die Flächennutzungsplanung. Investoren hätten aber bereits Interesse bekundet, sagte Stadtplanerin Laura Specovius. „Wir wollen aber nicht am Bedarf vorbeiplanen. Darum sind uns die Workshop-Ergebnisse so wichtig. Sie sind ein erster Schritt, um zu erkennen, wie Bürger wohnen wollen.“

Soziales Wohnen liegt im Trend

Ein Ranking der Wohnwünsche ergab, dass bezahlbarer Wohnraum, Barrierefreiheit, Infrastruktur und der Verzicht auf sehr große Wohnkomplexe wichtige Themen sind. Um neue Wohnformen im Bestand zu erleichtern, warben die Bürger dafür, Bebauungspläne zeitgemäß anzupassen.

Alle Ideen, die am Sonnabend im Amtshof auf großen Stellwänden zusammengetragen wurden, sollen dokumentiert und auf der Homepage der Stadt veröffentlicht werden, versprach Concilio. Zu einzelnen Themen soll es weitere Arbeitsgruppen geben. Teilnehmer können sich über die Homepage oder in der Seniorenbegegnungsstätte anmelden.

Das Thema des Bürgerworkshops „Wie wollen wir wohnen?“ traf offensichtlich den Nerv der Zeit. Concilio gab eine kurze Einleitung und erinnerte an das Wohnwinkel-Projekt, das „Wohnen im Alter“ in den Fokus gerückt hatte. „Jetzt geht es darum zu überlegen, wie Wohnraum veränderten Lebensverhältnissen angepasst werden kann. Wenn zum Beispiel das Haus zu groß wird, nachdem die Kinder ausgezogen sind“, erklärte sie.

Andrea Töllner, juristische Beraterin des Forums Gemeinschaftliches Wohnen, führte mit einem Kurzvortrag in das Thema ein und machte sich für Soziales Wohnen und mehr Miteinander stark. An Beispielen verdeutlichte sie, wie das gelingen kann: durch die Gründung eines Nachbarschaftshilfe-Vereins zum Beispiel, durch Gemeinschaftsräume, flankiert von kleineren, bezahlbaren Single-Wohnungen, durch das Bauen rund um eine Versorgungs- und Dienstleistungszentrale. Bezahlmodelle seien Miete, Eigentum oder Genossenschaften.

„In Varel gibt es ein Wohnprojekt in einer alten Schule mit öffentlicher Beratungsstelle. Eich-stetten hat eine Bürgergemeinschaft gegründet, um leerstehende Gebäuden im Ortskern für betreutes Wohnen, als Begegnungsstätte, Tagescafé und für Schulkinderbetreuung zu nutzen“, berichtete Töllner.

Anschließend vertieften die Workshop-Teilnehmer einzelne Wohn-Themen wie „Nachbarschaft“, „Versorgung im Quartier“ oder „Wohnen im Bestand“ an runden Tischen. Bei der Präsentation der Ergebnisse sagte Workshop-Teilnehmerin Heike Krüger: „Wir würden gern träumen, ohne an die Finanzierung zu denken. Kann sich eine schuldenfreie Stadt wie Burgwedel nicht ein Vorzeigeprojekt leisten?“

Gefordert wurden außerdem ein Altbestandkataster, Bebauungspläne, die mehr Gestaltungsspielraum lassen, mehr Nachbarschaftstreffpunkte, eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, mehr Carsharing-Angebote und insgesamt eine fahrradfreundlichere Stadt.

Von Sybille Heine

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6smrsrj94lkigslierm
Weihnachtsmarkt-Fans kommen auf ihre Kosten

Fotostrecke Burgwedel: Weihnachtsmarkt-Fans kommen auf ihre Kosten