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Das Ziel lautet "Integration 2.0“

Burgwedel Das Ziel lautet "Integration 2.0“

"Integration 2.0“ heißt eine Bestandsaufnahme wie ein Wunschprogramm der Burgwedeler Stadtverwaltung. Sie möchte ein Konzept erarbeiten, um Flüchtlinge und Gesellschaft zusammenzubringen.

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Die Initiative Interkulturelles Miteinander soll auch künftig einen zentralen Treffpunkt bekommen.

Quelle: Archivbild: Martin Lauber

Burgwedel. 400 Flüchtlinge leben derzeit in Burgwedel. Im Ausschuss für Demografie, Soziales und Kultur stellte Sozialarbeiter Otto Krull die Situation am Donnerstag für die Politiker dar – die jetzige Arbeit vieler Akteure und den erkannten Bedarf für die Zukunft. „Sie sollen Teil der Bürgergesellschaft werden, es soll sich keine Parallelgesellschaft entwickeln“, beschrieb Krull das Ziel. Die Anforderungen hätten sich verändert; die Fortschreibung 2.0 zur Integration sei daher notwendig, ein Arbeitsauftrag an die Verwaltung wünschenswert.

Vordringlich nahm die Erste Stadträtin Christiane Concilio nach der Präsentation und der Diskussion diesen Auftrag mit: „Es ist hier offenbar Konsens, dass über den 30. September hinaus ein zentraler Treff für das IKM vorhanden sein sollte.“ Es sei bekannt gewesen, dass das jetzt genutzte Haus abgerissen werde, sagte Concilio. Die Verwaltung habe sich mit dem Thema schon auseinandergesetzt. Zentral und ebenerdig zugänglich müsse der Anlaufpunkt sein – „da werden wir kreativ sein müssen“.

Aus dem Ausschuss kamen weitere Anliegen: Feste Treffpunkte wie die des IKM (Interkulturelles Miteinander) seien auch künftig wichtig. Außerdem wünschte man sich, dass sich das Helfernetzwerk mit 90 Ehrenamtlichen als Verein organisieren solle. Die Verwaltung, auch das war eine Anregung, möge doch einmal die Synergien und Strukturen zwischen den Hauptakteuren städtische Sozialarbeit, Runder Tisch Integration, IKM und Helfernetzwerk klarer darstellen. Die jetzt gegebene Auflistung ließ manche Ausschussmitglieder laut rätseln, was schon erfolgreich vorhanden und was erst geplant sei.

In vier Bereichen, so der Plan, sollen spezielle Integrationsangebote geschaffen werden, um die Chancengleichheit Geflüchteter zu verbessern: Sprache und Bildung, Wohnraumvermittlung, Ausbildung und Arbeit sowie soziales und kulturelles Feld. Neben Sprach- und Integrationskursen nannte Krull zahlreiche Ideen, die eine Klammer für Geflüchtete und Gesellschaft bilden könnten. So werde es einen deutlich höheren Bedarf an Förderkursen für Auszubildende geben. Er stelle sich dazu eine engere Zusammenarbeit mit Unternehmen vor. Von den 400 Geflüchteten befinden sich 15 bereits „in Lohn und Brot“. Notwendig aus Sicht der Sozialarbeiter ist auch ein Training zur Wohnungssuche, damit die Geflüchteten dies eigenständig leisten können. „Schön wären auch Angebote, die unsere Stadtgesellschaft vorstellen: Wie funktioniert Burgwedel?“, führte Krull an. Wichtig wäre ein Zugang der Geflüchteten zu Infomaterialien, Tageszeitungen und einem PC-Arbeitsplatz zur Jobsuche.

Mehr Netzwerkarbeit wünsche er sich zudem, richtete sich Krull an Vereine, Feuerwehr und Organisationen. Gefragt seien Angebote, „um die Aufnahmegesellschaft mit den Geflüchteten zusammenzubringen“. Eine Erfahrung sei sicher: „Die Integrationsgeschwindigkeit verdoppelt sich, wenn Ehrenamtliche helfen.“

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