Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Burgwedels Ersparnisse schrumpfen

Burgwedel Burgwedels Ersparnisse schrumpfen

Es kommt nicht überraschend, aber die Halbjahresbilanz von Kämmerer Christian Möhring ist deutlich: In wenigen Jahren wird das Finanzpolster der Stadt Burgwedel aufgebraucht sein. Spielraum für freiwillige Investitionen gibt es nicht mehr.

Voriger Artikel
Burgwedel investiert in die Schulen
Nächster Artikel
Mann erpresst Freundin mit Nacktfotos

Burgwedel muss in diesem Jahr 4 Millionen Euro mehr Regionsumlage zahlen.

Quelle: Symbolbild

Burgwedel. Allein der Rekord-Gewerbesteuereinnahme in Höhe von 20,2 Millionen Euro war es 2014 zu verdanken, dass sich unter dem Strich das erwartete Minus von 3,4 Millionen Euro im Haushalt beim Jahresabschluss in ein Plus verwandelt hatte. „Es zeigt sich aber, dass sich dieser Trend nicht fortsetzt“, sagte Christian Möhring am Dienstagabend im Finanzausschuss. Die Stadt hatte für dieses Jahr vorsichtig mit 13,5 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen geplant - und trotzdem werde der Ansatz bisher nicht erreicht. Der Bumerang aus der Rekordeinnahme 2014 ist jedoch zurückgekehrt: Burgwedel muss in diesem Jahr 4 Millionen Euro mehr Regionsumlage zahlen.

Das Finanzpolster der Stadt, das Anfang 2014 noch bei mehr als 22 Millionen Euro lag, ist zur Halbzeit 2015 bereits auf 18,2 Millionen Euro geschrumpft. Weitere 7,6 Millionen Euro sind zudem verplant für diverse Investitionen, die im vergangenen Jahr nicht mehr getätigt, aber beschlossen worden waren.

Und die Prognose sieht keine sparsamen Zeiten vor: „Sie haben im ersten Halbjahr große Themen angefasst, die dazu führen, dass unsere Liquidität weiter sinken wird“, betonte Möhring. Einerseits sollen das Gymnasium erweitert und die Grundschulen in Fuhrberg, Kleinburgwedel und Wettmar für den offenen Ganztagsbetrieb umgebaut werden. „Auch der Feuerwehrbedarfsplan wird Folgen haben“, sagte Möhring voraus und dachte dabei weniger an die 20.000 Euro für das Gutachten als an die Investitionen, die daraus resultieren könnten. „Wir reden da nicht nur über rote Autos, sondern vor allem über den Platzbedarf in den Feuerwehrgeräte- häusern.“ Auch die mehr als 20 Millionen Euro, die für die Sanierung von Kanalisation und Straßen anfallen, belasten den Haushalt.

Summa summarum geht Möhring davon aus, dass vom Finanzpolster in wenigen Jahren nicht mehr viel übrig sein wird: „Für ein weiteres finanzielles Engagement für nicht zwangsweise pflichtige Aufgaben besteht keinerlei Spielraum mehr.“ Zumal mit Blick auf die beschlossenen Großprojekte im Rathaus auch personell aufgestockt werden muss - von der Besoldungserhöhung für Beamte und der sich abzeichnenden Tarifsteigerung bei den Erziehern ganz abgesehen.

Dennoch: Das alles kommt nicht überraschend. „Im Wesentlichen läuft alles so, wie wir es geplant haben.“ Doch der Plan ist teuer - sieht er doch ein Defizit in diesem Jahr von gut 7 Millionen Euro vor.

Wie sich zum Ausgleich auf der Einnahmenseite der Stadt etwas verändern ließe, darauf gab Möhring bereits einen Ausblick. So werde die Verwaltung für die Haushaltsberatungen erneut eine Erhöhung der Gewerbesteuer prüfen - 2014 war diese mehrheitlich abgelehnt worden. Zudem könnten die Gebühren für Feuerwehreinsätze und die Hundesteuer steigen. Der Plan, eine Regenwasser-Gebühr einzuführen, steht auch auf der Agenda. „Und wir können mit Einnahmen aus Grundstücksverkäufen rechnen“, erklärte Möhring - man plane mit knapp 5 Millionen Euro, so Möhring.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten