Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
KVN reformiert Notdienst-Bezirke

Burgwedel KVN reformiert Notdienst-Bezirke

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) plant, 2018 die Notdienstbezirke in den vier Nordkommunen zusammenzulegen. Wir beantworten dazu die wichtigsten Fragen.

Voriger Artikel
Dorfmarkt wird zum Werbeblock für Thönse
Nächster Artikel
Kontiki siegt gegen die Eckkneipe

Wenn die Grippe einen erwischt, wenn der Hausarzt zu hat, braucht es den kassenärztlichen Notdienst: Ab 2018 sollen die vier Nordkommunen zu einem Bezirk zusammengefast werden.

Quelle: Symbolbild

Burgwedel. Was ist der kassenärztliche Notdienst, und für wen ist er gedacht?

In lebensbedrohlichen Situationen, bei Vergiftungen, Bewusstlosigkeit, Herzinfarkt und Schlaganfall sind die Notaufnahme eines Krankenhauses oder der Notruf 112 unumgänglich. Wenn es aber um die akute Blasenentzündung, die fiebrige Grippe, starke Kopfschmerzen oder ähnliche Krankheiten geht, die durchaus ambulant behandelt werden können und mit denen man sonst zum Hausarzt gehen würde, ist der kassenärztliche Notdienst der richtige Ansprechpartner. Unter der zentralen Nummer 116 117 erreichen privat wie gesetzlich Versicherte den zuständigen Bereitschaftsdienst außerhalb der regulären Sprechzeiten.

Wie ist der Notdienst in den vier Kommunen bisher aufgestellt?

Aktuell gibt es drei Bezirke: In Burgwedel und Isernhagen teilen sich 50 Ärzte die Bereitschaftsdienste, in Langenhagen sind es 94 und in der Wedemark nur 26 Mediziner. Sie stellen außerhalb der regulären Sprechzeiten von Ärzten die Versorgung der Patienten sicher. Im Schnitt nutzen den Bereitschaftsdienst monatlich 270 Langenhagener sowie jeweils 130 Bürger in Burgwedel/Isernhagen und in der Wedemark.

Was ändert sich ab 2018?

Alle vier Kommunen sollen laut KVN zu einem großen Bezirk zusammengefasst werden. Das heißt: Die 170 Mediziner werden künftig gemeinsam für knapp 130 000 Einwohner zuständig sein.

Warum macht die KVN das?

Ziel der Reform ist es, die Bereitschaftsdienste künftig gleichmäßiger zu verteilen. Vor allem im ländlichen Bereich gibt es sehr wenig niedergelassene Ärzte, die daher entsprechend oft Bereitschaftsdienste übernehmen müssen. Hinzu kommt, dass viele ältere Ärzte ausscheiden und keinen Nachfolger für ihre Praxis finden. Ab 2018 soll jeder Arzt maximal drei Dienste pro Quartal leisten müssen.

Was bedeutet das für die Patienten?

Die Ärzte werden deutlich längere Fahrstrecken zum Patienten zurücklegen müssen, diese wiederum längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Werktags plant die KVN zwei Ärzte im Fahrdienst einzusetzen, am Wochenende drei.

Gibt es immer einen Hausbesuch?

Nein. Die KVN möchte zudem eine zentrale Notdienstpraxis an einem Krankenhaus einrichten. Diese soll mittwochs und freitags von 17 bis 21 Uhr und wochenends wie feiertags von 10 bis 14 und von 17 bis 20 Uhr geöffnet sein. Gespräche mit dem Krankenhaus Großburgwedel laufen – noch steht der Standort laut KVN aber nicht endgültig fest. Patienten, die trotz Krankheit noch fahrtüchtig sind, werden diese Praxis aufsuchen müssen. Die Entscheidung für oder gegen einen Hausbesuch fällt die Notdienst-Leitstelle am Telefon.

Welchen Vorteil hat diese Praxis?

Da sie am Krankenhaus angegliedert ist, können die Ärzte die Ausstattung der Klinik nutzen, um eine Diagnose zu stellen. Bei Notfällen ist auch eine Überweisung schnell getätigt. Die Patienten sollen die Notdienst-Praxis als zentrale Anlaufstelle nutzen, was auch die Notaufnahmen von minderschweren Fällen entlasten soll. Mehr als 25 Minuten Fahrtweg werde keinem zugemutet, betont die Kassenärztliche Vereinigung.

Wer behandelt die Patienten?

Den Notdienst teilen sich alle niedergelassenen Ärzte. Aufgrund der Vielzahl der zu besetzenden Bereitschaftsdienste sind viele Ärzte aber inzwischen dazu übergegangen, freiberufliche Mediziner als Vertretung für den eigenen Notdienst zu engagieren.

So funktioniert die zentrale Notdienstnummer 116 117

Bereits seit fünf Jahren gibt es die zentrale Rufnummer 116 117 für den ärztlichen Notdienst auch im Norden der Region – bekannt ist sie aber immer noch den wenigsten. Früher fuhr der Patient in die Hausarztpraxis, die Notdienst hatte, heute gilt es, landesweit die Einheitsnummer zu wählen. Der Anruf erfolgt kostenlos. Wer die 116 117 wählt, wird vorerst automatisch begrüßt und gebeten, seine Postleitzahl einzusprechen oder per Tastatur einzugeben. Im zweiten Schritt meldet sich die Notdienst-Zentrale für den jeweiligen Bezirk. In einem kurzen Gespräch wird erfragt, wie alt der Patient ist, wo er wohnt und welche Symptome/Krankheiten Grund für den Anruf sind. Auch für Kinder ist der kassenärztliche Notdienst ansprechbar. Die Leitstelle informiert dann den Bereitschaftsarzt. Dieser kommt bisher in den vier Nordkommunen zum Hausbesuch vorbei, um den Patienten ambulant zu versorgen.

Von Carina Bahl

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten