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Mann erpresst Freundin mit Nacktfotos

Burgwedel Mann erpresst Freundin mit Nacktfotos

Weil er seine Freundin angegriffen, sie im Schlaf nackt fotografiert und im Anschluss mit den Bildern erpresst hat, muss ein 36-Jähriger jetzt 3600 Euro Strafe zahlen. Der Mann habe sie erpresst, da sie ihren "häuslichen Pflichten" nicht nachgekommen sei, so der Angeklagte.

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Das Amtsgericht Burgwedel verurteilte einen 36-Jährigen zu einer Geldstrafe.

Quelle: Martin Lauber (Archiv)

Burgwedel. Glücklich war das junge Paar in seiner Beziehung im Mai 2014 definitiv nicht mehr - da waren sich am Donnerstag beide im Gerichtssaal einig. Ob der 36-Jährige seine 23-jährige Ex-Freundin aber geschlagen oder nur fest am Arm gegriffen hatte, weil diese nicht mit den Hunden spazieren gegangen war, darüber wurde im Amtsgericht gestritten. „Im Zweifelsfall ist beides eine Körperverletzung“, bilanzierte Amtsrichter Michael Siebrecht - immerhin hatte die sehr zierliche Frau ein vier Zentimeter breites Hämatom davongetragen.

Viel schlimmer, gar „entwürdigend“, wie der Richter es beschrieb, war jedoch die zweite Tat: Der Mann hatte seine Freundin im Schlaf nackt fotografiert - die Polizei hatte entsprechende Bilder auf seinem Handy und Laptop gefunden. Auch Großaufnahmen ihres Geschlechtsteils hatte der Mann angefertigt. „Sie wollte das hundertprozentig. Sie ist kein stilles Wasser“, betonte der Mann. Seine Freundin habe während der Aufnahmen auch nicht geschlafen, sondern sei nur betrunken gewesen.

„Das glaube ich nicht“, hielt der Richter dagegen. „Wäre sie wach gewesen und hätte das gewollt, dann hätte sie posiert, aber definitiv nicht auf allen Aufnahmen reglos in der gleichen Position mit geschlossenen Augen gelegen.“

Die zusätzlich angeklagte Nötigung räumte der 36-Jährige ein: „Ich habe ihr angedroht, dass ich die Bilder ins Internet stelle, sollte sie den Kontakt zu einem Freund nicht abbrechen.“ Mit diesem Freund hatte sie viel Zeit verbracht und war deshalb laut des Angeklagten ihren „häuslichen Pflichten“ nicht nachgekommen.

Beinahe wäre der Mann auch noch wegen Veröffentlichung intimer Bilder verurteilt worden. Denn: Im Juni stellte er intime Fotos seiner Freundin bei Facebook ein. „Aber ich habe sie so hochgeladen, dass sie niemand außer ihr sehen konnte. Ich wollte sie nur schocken“, sagte der Mann aus.

Richter Siebrecht und der Polizist als Zeuge - beide nicht bei Facebook angemeldet - konnten das nicht widerlegen. „Es lässt sich nicht nachvollziehen, ob das stimmt. Facebook speichert solche Einstellungen nicht“, erklärte der Polizist. Tatsache ist: Die junge Frau hat die Bilder auf Facebook selbst nie gesehen, auch Freunde haben sie nicht darauf angesprochen - das Verfahren in diesem Anklagepunkt wurde eingestellt.

90 Tagessätze à 40 Euro muss der Mann dennoch zahlen. „Das war sehr feige, und so etwas darf nie wieder vorkommen“, mahnte der Richter. „Schämen Sie sich, von einer schlafenden Frau Nacktbilder gemacht zu haben.“

Carina Bahl

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