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Platz schaffen mit mehr Betten

Burgwedel Platz schaffen mit mehr Betten

Die Verwaltung rechnet mit „noch viel mehr“ - aber 110 zusätzliche Flüchtlinge muss die Stadt Burgwedel bis Ende Januar 2016 mindestens unterbringen. Um das zu schaffen, sollen in allen Unterkünften die Bewohner enger zusammenrücken als bisher. In Engensen wird ein Wohnheim reaktiviert.

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Die Stadt „verdichtet“ nach: Mitarbeiter tragen ein zusätzliches Bett in die Flüchtlingsunterkunft an der Fuhrberger Straße.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Mittwochfrüh tagen im Burgwedeler Rathaus die Amtsleiter mit einem einzigen Thema: dem Plan B für den Fall, dass nach einer Sonderzuweisung eine große Zahl von Flüchtlingen kurzfristig ein Dach über dem Kopf braucht. 200 Feldbetten hat die Kommune vorsorglich bestellt. Wo diese aufgestellt werden würden, auch das wird Thema der Runde der Ressortchefs sein. „Wir müssen vorbereitet sein“, sagt Andrea Stroker, Chefin im Ordnungsamt.

Plan A - das ist die dezentrale Unterbringung, die der Kommune bislang recht gut gelungen ist. Die aktuell 251 Asylsuchenden und weitere 35 frei zugereiste Flüchtlinge leben über das ganze Stadtgebiet verteilt unter 37 verschiedenen Wohnadressen. Aus Sicht von Bürgermeister Axel Düker bietet das - dank der Unterstützung des Ehrenamtlichen-Netzwerks - die besten Chancen auf Integration. Die Stelle für einen dritten Sozialarbeiter hat die Stadt ausgeschrieben.

Auf den Erfolg des Aufrufs an potenzielle Vermieter will und kann sich die Stadtverwaltung nicht verlassen. Im nicht öffentlichen Verwaltungsausschuss will Düker am Montag, 12. Oktober, Pläne für den Bau von mehreren Mehrfamilienhäusern mit circa 100 Plätzen vorstellen, die nach der großen Flüchtlingswelle als sozialer Wohnraum genutzt werden könnten. Diese Objekte stünden aber frühestens in neun Monaten zur Verfügung.

Aktuell heißt die Gangart deshalb: Nachverdichtung. In den stadteigenen Unterkünften sollen in allen Räumen, die mit Einzelpersonen belegt sind, die Betten durch Doppelstockbetten ersetzt werden. Das bringt in Fuhrberg und Wettmar etwa 30 zusätzliche Plätze. Im früheren Seniorenwohnheim an der Fuhrberger Straße in Großburgwedel werden sich künftig in der Regel drei statt bisher zwei Personen die etwas größeren Zimmer teilen müssen.

In der seit fast 20 Jahren nur noch als Möbellager genutzten Unterkunft am östlichen Ortsrand von Engensen werden in den nächsten Tagen die Fenster ersetzt. Binnen zwei Wochen sollen 32 Flüchtlinge einziehen. Dies erfuhren Anwohner, die sich über Ortstermine mit Handwerkern gewundert hatten, erst auf Nachfragen. Obwohl Düker am Freitag vor Ort erklärte, dass die Entscheidung, den Bau zu reaktivieren, sehr kurzfristig gefallen sei, fühlt sich mancher „überrumpelt“.

Stadt zahlt nach Mietspiegel

Mitarbeiter der Stadt gehen jedem Hinweis nach, prüfen gar, ob sich verwaiste Supermärkte zu Wohnraum umfunktionieren lassen. Umso besser, so der „dringende Aufruf“ von Bürgermeister Axel Düker, wenn sich Wohnungsinhaber von sich aus bei der Verwaltung meldeten. „Wir bezahlen nach Mietspiegel, machen Wohnungen bei Bedarf auch selbst bezugsfertig“, erklärt er. Auch befristete Mietverträge seien für die Kommune von Interesse. Für die „Kleiderei“, die kommunale Kleiderstube für Flüchtlinge und Sozialschwache, wird nach nur einem halben Jahr ebenfalls eine neue Bleibe gesucht. Der angemietete Raum im Mitteldorf sei zu klein und zu feucht, um dort Kleidungsstücke zu lagern, erklärt Sozialarbeiter Otto Krull. Er sucht Ersatz: Ideal wären 80 Quadratmeter, notfalls auch in einem der Ortsteile. Potenzielle Vermieter wenden sich an Martin Koschitzki unter Telefon (05139) 8973622.

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