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„Traum von damalshat sich bewahrheitet“

Burgwedel „Traum von damalshat sich bewahrheitet“

Nur gehisste Flaggen werden am Sonnabend in Burgwedel auf den Tag der Deutschen Einheit hinweisen. Vor 25 Jahren war das noch anders, wie sich der ehemalige Bürgermeister Karsten Hoppenstedt erinnert.

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25 Jahre nach dem Festakt zur deutschen Einheit zeigt der ehemalige Burgwedeler Bürgermeister Karsten Hoppenstedt die damalige Einladungskarte des Bundespräsidenten.
Walter

Quelle: Frank Walter

Burgwedel. Mehr als 2000 Bürger strömten am Vorabend der deutschen Einheit zum Rathaus, wollten den Übergang zu diesem historischen Tag lieber in Gemeinschaft als am Fernseher erleben. Der Musikzug der Feuerwehr Großburgwedel, der Bläserkreis Fuhrberg und die Jagdhornbläser Thönse gaben der von der Stadt organisierten Feier den Rahmen, ehe um Mitternacht die Europa- und die Bundesflagge gehisst wurden. „Mit bewegenden Worten“, so berichtete es die „Landkreis-Zeitung Nord“ tags darauf ihren Lesern, rief der damalige Bürgermeister Karsten Hoppenstedt die Ereignisse der Vergangenheit in Erinnerung. „Wir haben heute die Chance, in einem vereinten Deutschland - mit unseren Freunden und Nachbarn - eine bessere Zukunft zu gestalten, in der Frieden und Freiheit für alle Europäer in West und Ost verwirklicht sind“, schloss das Stadtoberhaupt seine 15-minütige Ansprache.

Sein Redemanuskript hat Hoppenstedt bis heute aufbewahrt, ebenso die Einladung des Bundespräsidenten zum Festakt am 3. Oktober 1990 in der Berliner Philharmonie. Beim anschließenden Empfang nutzte Hoppenstedt, zugleich CDU-Europaabgeordneter, seine Chance auf ein Andenken: Er ließ sich vom Bundeskanzler und dem letzten DDR-Ministerpräsidenten einen Briefmarkenblock zum Tag der Deutschen Einheit unterschreiben - Helmut Kohl zeichnete mit dickem Stift und großer Schrift, Lothar de Maizière fast dezent darunter.

Und was ist nach Hoppenstedts Meinung 25 Jahre später aus der Chance von damals geworden? „Der Traum von damals hat sich bewahrheitet“, sagt der heute 78-Jährige, und spricht von einer „wirklichen Einheit der Menschen“. Dass die vor 25 Jahren bei der Feierstunde am Rathaus gepflanzte Eiche längst umgefahren und durch einen neuen Baum ersetzt wurde, ist dabei nur eine Randnotiz. Ebenso wie das Ei, das bei seiner Rede aus der Menge flog und ihn traf. Jugendlicher Leichtsinn sei das gewesen. „Und ich weiß auch längst, wer’s geworfen hat“, sagt Hoppenstedt und lacht.

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Von Redakteur Frank Winternheimer

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