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Mit Witz wollen sie in den Burgwedeler Rat

Burgwedel Mit Witz wollen sie in den Burgwedeler Rat

Burgwedel ist die einzige Kommune in der Region Hannover außerhalb der Landeshauptstadt, in der "Die Partei" zur Kommunalwahl am 11. September antritt. Zwei Wettmarer streben in den Rat und in den Ortsrat ihres Wohnortes. Mit den Mitteln der Satire wollen sie junge Wähler für Politik interessieren.

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Adam Malik (links) und Max Heise treten für die "Aufhebung der Ausgangssperre" in der Von-Alten-Straße ein.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Die im Burgwedeler Rat vertretenen Parteien - CDU, SPD, Grüne, WEB, FDP und Unabhängige - bekommen neben der AfD nun noch weitere Konkurrenz: Mit jeweils einem Kandidat wird "Die Partei" auf beiden Listen für die Ratswahl erscheinen und mit dem selben Personal auch auf den Stimmzetteln für die Ortsratswahl in Wettmar. Die letzten erforderlichen Unterstützer-Unterschriften haben die Kandidaten Max Heise und Adam Malik beisammen.

Wenn Sie ein Budget für lokale Wahlkampfplakate hätten, dann würde einer der Slogans lauten: "Ausgangssperre für die Von-Alten-Straße aufheben!" Das ist um die Ecke gedacht und spielt auf die steigerungsfähige Frequenz in der Fußgägnerzone an. Was ihren Sinn für Parodie angeht, sind der 20-jährige angehende Fachinformatiker Heise und der 41-jährige selbstständige Software-Entwickler Malik ganz ähnlich gestrickt. Beide, die ebenfalls auf Regionsebene antreten, sind Satirefans. Heise ist dabei der Politikneuling, was den Posten des Partei-"Generalsekretärs" auf Kreisebene offensichtlich aber nicht ausschließt. Malik war früher Mitglied der Piratenpartei. Aber diese, resümiert er, habe sich als "Spaßpartei" erwiesen. Nichts für ihn also, meint er verschmitzt.

Dabei ist es das Attribut "Spaß-", das am häufigsten verwandt wird für die "Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative", wie  die 2004 von Redakteuren des Satiremagazins gegründete "Die Partei" mit vollem Namen heißt. Bundesvorsitzender ist der frühere Titanic-Chefredakteur und Grimme-Preisträger Martin Sonneborn, der es 2014 sogar ins Europäische Parlament geschafft hat. Die Titanic, im Parteijargon gerne als "Faktenmagazin" verbrämt, gilt vielen der Anhänger als Zentralorgan. 

Skurril-Überzogenes wie das "bedingungslose Grundhirn", das der Schatzmeister der Landespartei Jens Bolm als eine der zentralen Forderungen seiner Partei postuliert, steht für die beiden Wettmarer nicht so sehr im Mittelpunkt ihrer Agenda. Sie sagen, dass sie es in Wirklichkeit ernst meinen mit ihrem Anliegen, mit intelligentem Witz insbesondere an junge Menschen heran zu kommen, die sich von der Politik längst abgewandt hätten. In puncto Belebung der City lautet ihre zweite Plakat-Idee denn auch konsequenterweise, die Fußgängerzone als Pokémon-Arena auszuweisen. Und zhwar tutto completto.

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