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Marode Kanäle werden teuer

Burgwedel Marode Kanäle werden teuer

Löcher im Kanal, Löcher in der Finanzierung: Das sanierungs- und erweiterungsreife Abwassersystem bereitet der Verwaltung in Burgwedel weiter Kopfzerbrechen. Sie schaut nun anderen Kommunen über die Schulter.

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In der Diskussion: Bisher arbeitet das Großburgwedeler Klärwerk noch nicht für alle Ortschaften der Kommune. Der Ort Fuhrberg ist bisher noch nicht angeschlossen.

Quelle: Carina Bahl (Archiv)

Burgwedel. 14 Monate sind vergangen, seit die CDU/FDP-Gruppe den Antrag gestellt hat, die Stadt Burgwedel möge Finanzierungsmöglichkeiten für die 20 Millionen Euro teure Sanierung und Erweiterung des Abwassersystems eruieren. Jetzt verlangte der Planungs- und Tiefbauausschuss einen Sachstandsbericht.

Diesen erhielt er - allerdings in Kombination mit einem Eingeständnis von Bauamtsleiter Oliver Götze: "Ich war damals recht großspurig, als ich meinte, das müssten wir recht schnell umsetzen können“, sagte er und fügte hinzu: "Das muss ich revidieren.“ Nach wie vor sei das personell dünn besetzte Tiefbauamt damit beschäftigt, alle für eine Analyse des Ist-Zustands benötigten Zahlen rund ums Abwasser zu ermitteln. "Es ist ein Zeitproblem.“

Immerhin hat die Verwaltung die Anwesenheit eines Hospitanten, sonst Mitarbeiter des niedersächsischen Finanzministeriums, genutzt: Jürgen Tostberg hat bei 
18 niedersächsischen Städten und Gemeinden recherchiert, wie diese das Thema lösen. Dabei sei herausgekommen, dass nur wenige der begutachteten Kommunen einen sogenannten Regiebetrieb führen, wie es Burgwedel macht. Etwa die Hälfte habe das Thema Abwasser aus dem kommunalen Haushalt ausgegliedert und einen Sonderhaushalt entworfen. Diese Lösung - Eigenbetrieb genannt - habe beispielsweise Hannover gewählt. Andere Städte wie Braunschweig hätten ein privatrechtliches Unternehmen gegründet. Vor- und Nachteile hätten alle Rechtsformen, sodass kein schnelles Urteil abzuleiten sei, erläuterte Tostberg.

Eine noch andere Variante habe die Stadt Gehrden gewählt, die Tostberg zufolge eine Burgwedel nicht unähnliche Ursprungssituation hatte: Die Stadt habe gemeinsam mit der Firma Purena die Abwassergesellschaft Gehrden (AGG) gegründet. Das marode Kanalnetz wurde an die Firma vermietet, die es aus eigener Tasche sanierte und trotzdem stabile Abwassergebühren zusicherte. Seit November 2014 arbeite die AGG zur Zufriedenheit der Stadt. Dies alles, betonte Tostberg abschließend, sei jedoch nur ein Einstieg. Dass Ausschussvorsitzender Jürgen Schodder (CDU) der Geschäftsführer bei Purena ist, bezeichneten Verwaltung und der Kleinburgwedeler Ortsbürgermeister als Zufall. Es sei nicht Schodder gewesen, der die Aufmerksamkeit auf Gehrden gelenkt habe. "Ich halte mich da auch weiterhin raus“, wehrte Schodder ab.

Egal wie die Stadt Burgwedel ihr Finanzierungsproblem löse, eine Konsequenz sei unausweichlich, betonten die Ausschussmitglieder unisono: "Die Gebühren werden steigen, dass muss uns klar sein. Es gibt keine wundersame Geldvermehrung“, resümierte SPD-Politiker Joachim Papenburg.

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