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Bürgerstiftung für Burgwedel sucht Mitstreiter

Burgwedel Bürgerstiftung für Burgwedel sucht Mitstreiter

Durch bürgerschaftliches Engagement das Gemeinwohl fördern - dafür sucht die in Gründung befindliche "Bürgerstiftung Burgwedel" Mitstreiter. Benötigt werden Menschen mit Ideen, Zeit und Tatkraft. Und Stifter, damit lokale Projekte gefördert werden können.

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Sie engagieren sich für die Gründung der "Bürgerstiftung Burgwedel": Jürgen Zimmer (von links), Michael Kranz und Ariane Gräfin Bethusy-Huc.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Eine Stiftung ist auf lange Dauer angelegt. Deshalb möchten die Initiatoren die Möglichkeiten der Bürgerstiftung Burgwedel nicht von vornherein durch zu eng formulierte Zwecke und Ziele in der Satzung beschränken. Kultur, Soziales und Heimatpflege, Generationsübergreifendes und alles, was das Miteinander in der Stadt fördert, stehen in ihrem Fokus, aber auch die Integration von Randgruppen oder der Erhalt der Natur.

So breit aufgestellt die Themen, so groß ist die Gewissheit der Vorreiter, dass es Zeit sei für eine gemeinnützige Bürgerstiftung Burgwedel. Und dass eine solche Stiftung positive Auswirkungen auf das ganze Stadtklima haben könnte. Zwei vom Gründerzirkel verfolgte Ideen machen deutlich, in welche Richtung (auch) gefördert werden könnte:

Da ist zum einen die geplante Auslobung eines jährlichen Sue-Ryder-Preises (siehe Kasten), der junge Menschen ab 14 Jahren zu Zukunftshoffnung, Toleranz und Zivilcourage ermutigen soll. Partner in England und Polen stünden bereit für eine Zusammenarbeit. Prämiert werden sollen sowohl soziales oder politisches Engagement wie auch künstlerische Beiträge.

Zum anderen schwebt den Stiftungsgründern ein "Bürgerarchiv" vor, in dem Archivalien aus Privatbesitz ans Tageslicht gebracht und zu Ausstellungen aufbereitet werden könnte. Nach den kühnsten Hoffnungen sollte es sich in einem täglich geöffneten Haus der Kultur für alle Bevölkerungs- und Altersgruppen befinden.

Geboren wurde die Stiftungsidee bei der Aufarbeitung der Geschichte des  zwischen 1953 und 1960 in Großburgwedel entstandenen St. Christopher Settlements, das Wohnraum für frühere Kriegsvertriebene schaffte  im Volksmund die "Polensiedlung". Der Journalist und NHZ-Mitarbeiter Jürgen Zimmer verewigte dieses lange vernachlässigte Kapitel in dem Buch "Am Leben hin". Im einstigen St.-Christopher-Rehabilitationsheim an der Bahnhofstraße 10 ist die Filmemacherin, Medienwissenschaftlerin und Ethnologin Ariane Gräfin Bethusy-Huc augewachsen, die sich ebenfalls für die Stiftung engagiert und sich davon eine generationsübergreifende Fortführung kultureller Arbeit in Burgwedel verspricht. Im vorläufigen Vorstand der Stiftung  arbeitet auch Michael Kranz mit, Rechtsanwalt und  Ortsbürgermeister von Wettmar, der als ehrenamtlicher Geschäftsführer einer hannoverschen Beschäftigungsinitiative für Langzeitarbeitslose seine langjährige Erfahrung einbringen kann. Kranz ist überzeugt davon, dass eine Bürgerstiftung Burgwedel nicht nur ideellen Zuspruch finden wird. Es gebe viele Menschen in der Stadt, die ihr Erbe im Ort lassen wollten, glaubt er.

Nähere Informationen sind im Internet zu finden unter buergerstiftung-burgwedel.de.

Humanistin als Namenspatin für Preis der Bürgerstiftung: Sue Ryder

Die Namenspatin für den geplanten Preis der Bürgerstiftung hat in Burgwedel humanitäre Geschichte geschrieben. Die von Engländerin gegründete Sue Ryder Foundation kaufte 1952 mit Unterstützung der Vereinten Nationen das damals als "Villa Jeep" bekannte Haus an der Bahnhofstraße 10 in Großburgwedel und ließ auf dem Gelände acht kleine Siedlungshäuser für die Familien so genannter (überwiegend polnischer) Displaced Persons bauen. Freiwillige Helfer, Studenten und Schüler aus 16 Ländern, packten ab 1959 beim Bau des St. Christopher Settlements mit an. Weil sie ein Leben lang anderen Menschen half, wurde Sue Ryder 1979 von der Queen in den Adelsstand erhoben. In Warschau sind nach der "Baroness Ryder of Warsaw" ein Park und eine Schule benannt.

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Sie soll Namenspatin des geplanten Preises der Bürgerstiftung Burgwedel werden: Sue Ryder (1923 - 2000).

Quelle: Archiv
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