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"Es wird auch mit gebrochenem Zeh gesprungen"

Burgwedel "Es wird auch mit gebrochenem Zeh gesprungen"

Wenn es für die deutsche Nationalmannschaft der Wasserspringer bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ernst wird, ist der Großburgwedeler Physiotherapeut Jens Bartels wieder einmal alles in Einem: Tröster, Ersatzpapa und Retter in der Not.

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Der Burgwedeler Physiotherapeut Jens Bartels (ganz rechts) betreut die deutschen Wasserspringer bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.

Quelle: Linda TONN

Grossburgwedel. In wenigen Wochen wird Bartels wieder am Beckenrand stehen und mit besorgtem Blick den Sprungturm fixieren - diesmal unter der brasilianischen Sonne von Rio de Janeiro. Seit mehr als 20 Jahren betreut der Physiotherapeut aus Großburgwedel die deutsche Nationalmannschaft der Wasserspringer. Die Olympischen Sommerspiele in diesem Jahr sind bereits seine sechsten Spiele.

In all den Jahren trifft Bartels die Wasserspringer-Elite stets an Wettkampf- und Trainingsstätten überall in Deutschland und rund um den Globus. Kein Wunder, dass er in dieser Woche die Gelegenheit genutzt hat, seinen Schützlinge endlich einmal seine Heimat und seine Hauptwirkungsstätte zu zeigen. "Als ich hörte, dass die Olympioniken in diesem Jahr in Hannover eingekleidet werden, habe ich sie direkt nach Burgwedel eingeladen."

Burgwedel, da war doch was? Bartels hat, um seinen Gästen etwas zu bieten, die lokale Prominenz eingespannt. Am Donnerstagabend verfolgten die Wasserspringer am Grill vor der Großleinwand die Niederlage der deutschen Fußballer bei der EM in Frankreich - in Gesellschaft von Dirk Roßmann und 96-Präsident Martin Kind. Bei einem Besuch in der Firmenzentrale von Rossmann erfuhren sie, was nach einer Profikarriere für sie möglich wäre - und nebenbei gab es aufmunternde Worte und ein Foto mit dem Firmengründer. Bei Schnittchen und Kaffee erzählten junge Auszubildende von ihrem Arbeitsalltag und lauschten gleichzeitig gespannt den  Geschichten der Sportler vom Beckenrand.

Gedanken über die Zeit nach dem Turmspringen macht sich Elena Wassen noch nicht. Sie ist mit 15 Jahren die jüngste deutsche Olympiateilnehmerin und Rio sind ihre ersten Olympischen Spiele. Riesig gefreut habe sie sich, als vor zwei Wochen die Einladung kam, erzählt die Schülerin, die bis zu 30 Stunden in der Woche trainiert.

Wenn Elena sich in Brasilien in Saltos vom Turm stürzt, werden ihre Eltern nicht dabei sein. Aber Physiotherapeut Jens Bartels. Er wird zwischen Massagen und Untersuchungen schnell zum Ersatzpapa. "Bei so großen Wettkämpfen muss ich auch mal den Psychologen spielen", sagt er. Die Anspannung sei gerade bei den jüngeren Sportlern besonders hoch. Und wenn sie sich im Wettkampf verletzen, wirft der gutmütige Burgwedeler schnell die traditionellen Behandlungsmethoden über Bord: "Ich hatte schon Sportler, die mit einem gebrochenen Zeh gesprungen sind. Das wird getapt und weiter geht's." Schließlich gehe es auch immer um den Sieg.

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