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Camelia-Gürtel und Katzenfell erheitern

Burgwedel Camelia-Gürtel und Katzenfell erheitern

Das „Ach ja“ steht vielen ins Gesicht geschrieben: Die Ausstellung „Weißer als weiß“ mit Drogeriewerbung der Dreißiger- bis Sechzigerjahre gastiert nach Stationen in Goslar und Bad Pyrmont in der Rossmann-Zentrale – und bezaubert die Besucher. Am 20. Juli steht die nächste Führung an.

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Nostalgie pur: Die Ausstellung "Weisser als Weiß" des Springers Bernd Schönebaum ist noch bis September im alten Treppenhaus der Rossmann-Zentrale Großburgwedel zu Gast.

Quelle: Zottl

Großburgwedel. Bernd Schönebaums Gesicht glüht - und das liegt nicht nur daran, dass es im alten Treppenhaus in der Rossmann-Zentrale warm ist. Er ist in seinem Element - höchstpersönlich führt er durch die Ausstellung, die er in seiner Freizeit organisiert hat.

Mit Headset und Mini-Lautsprecher ausgerüstet, nimmt er die Besucher der Rossmann-Zentrale mit auf einen Trip in vergangene Dekaden: Ata, Atrix, Kaloderma, 4711 und Nivea, dazu Goldgeist gegen Kopfläuse, K2r Fleckenpaste und Purli-Limo aus Hannover - mehr als 120 Werbepappen zeigt der Marketingunternehmer.

Vier Monate, berichtet Schönebaum den Besuchern, habe er Informationen über die Exponate gesammelt, bevor er sie 2015 erstmalig präsentierte - mehr als 30 Jahre, nachdem er die Werbepappen aus einer abbruchreifen Scheune in seiner Heimatstadt Springe rettete. Erst als sich das Museum in Goslar dafür interessierte, begann er Recherche und Restaurierung.

Seine Arbeit hat sich gelohnt: Zu nahezu jedem Schätzchen hat Schönebaum eine Geschichte parat. Wie zu seinem Lieblingsexponat, einer Werbung mit dem Slogan "Katzenfelle – Besonders schön und weich präpariert". Was Tierfreunde heute erschauern lassen dürfte, galt früher als Heilmittel gegen Rheuma, Ischias oder Hexenschuss. Nach intensiver Suche fand er den Urheber der Werbetafel: Die Pelzfell-Gerberei Sprögel aus Hannover warb seinerzeit dafür.

Schönebaum weiß seine Besucher zu fesseln: So kommt Gelächter auf, wenn Schönebaum die Werbung für das Damenhygieneprodukt "Camelia Gürtel" vorstellt; die Meinung einer Internetuserin, die er vorträgt, deckt sich mit der einiger Ausstellungsbesucherinnen: Ein Produkt, dem keine Frau nachweint. Glänzende Augen bekommt hingegen der eine oder andere Mann, wenn er die alte Werbung für Brisk Frisiercreme wiedersieht. "Wer was auf sich hielt, war Brisk-frisiert", sagt einer schmunzelnd. Etwa eine Stunde dauert die Führung, für die Schönebaum viel Applaus erhält - und manchmal sogar ein neues Exponat: Bei der ersten Führung im Juni bot ihm eine Besucherin fehlende Motive der Streichholzschachtel-Werbeserie "Fragt den Drogisten" an.

Für „Weißer als weiß“ macht Rossmann erstmals seine Zentrale für die Öffentlichkeit zugänglich. "20 Jahre haben hier Chagall-Kunstdrucke gehangen – warum sollten wir nicht auch einmal so etwas zeigen?", sagt Rossmann-Sprecher Stephan-Thomas Klose. Am Mittwoch, 20. Juli, ab 16 Uhr, können sich weitere Nostalgiker verzaubern lassen. Wer teilnehmen möchte, muss sich anmelden, entweder unter der Telefonnummer (0 51 39) 8 98 44 44 oder per E-Mail an dialog@rossmann.de. Weitere Führungen sind für den 22. August und den 13. September geplant.

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