Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Brass-Sextett aus Bayern, aber keine Blasmusi

Burgwedel Brass-Sextett aus Bayern, aber keine Blasmusi

Es war fast alles Blech, das die 200 Zuhörer im Großburgwedeler Amtshof hin- und herriss zwischen Andacht und purer Begeisterung. Schuld daran war das „Ensemble Classique“: drei Posaunisten, drei Trompeter - und ein Schlagwerker der Sonderklasse.

Voriger Artikel
Antreten fürs Geschichtsbuch
Nächster Artikel
Strafverfahren wird nach Jahren eingestellt

Wohlklang aus einem Guss: Das Ensemble Classique reist musikalisch von der Renaissance bis in die Zeiten von Goodman und Bernstein.

Quelle: Martin Lauber

Großburgwedel. Jede Erfahrung macht man im Leben zum ersten Mal. Das Hörerlebnis des absolut perfekt aufeinander abgestimmten und zugleich höllisch virtuosen Spiels der sechs Blechbläser aus Bayern war am Sonnabendabend eine solche bewegende Erfahrung für manchen Zuhörer.

Dass man das Konzert trotz seiner Ehrfurcht-gebietenden Brillianz überhaupt von Anfang bis Ende total entspannt genießen konnte, ist das Verdienst von Fritz Winter. Der Posaunist brachte den Nordlichtern Musik und Musiker Stück für Stück in schönstem Bayrisch mit viel Witz näher.

30 Jahre existiert das Brass-Ensemble, es hat größte Musikfestivals eröffnet, für die UNO und David Copperfield gespielt - und nimmt sich nicht zu ernst. Was Publikumsnähe ist und was eine Dramaturgie, die einen nicht vom Haken lässt, bewiesen die sieben Künstler denn auch in Großburgwedel. Mit "Hello Dolly" platzte das Ensemble Classique frech in den Saal, war mit seiner "European Fanfare" kurz darauf klanglich bei Hofe, arrangierte de Falla und Tschaikowski zu einem Überraschungs-Ballettmedley und hatte sich nach der Pause mal eben passend zu Duke Ellington in eine Bigband vervielfacht (das meldeten zumindest die Ohren). Es groovte so gewaltig wie elegant – und war so herzerreißend in "Maria" aus der West Stide Story.

Inseln im Ozean von soviel Wohlklang hielten der Posaunist Peter Seitz und der Trompeter Rolf Ihler mit ihren solistischen Glanzparaden besetzt. Ein Raunen ging durch den Saal, als Seitz das berüchtige Czardas-Motiv, eigentlich für Geigenvirtuosen komponiert, in fingerbrecherischem Staccato spielte, ohne eine sechzehntel Note zu verlieren. Das aufgerüttelte Publikum sparte nicht mit Applaus.

doc6pc3bx9h87al78ujadh

Fotostrecke Burgwedel: Brass-Sextett aus Bayern, aber keine Blasmusi

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten